Archiv für den Monat: März 2011

Martin als Schullehrer in den Staaten

Als ich mich vor sechs Wochen zum Fulbright Global Classroom angemeldet habe war mir nicht bewusst, dass diese Woche die stressigste Woche des Jahres 2011 (bis dato!) sein würde: Am Montag ein vielversprechendes Jobinterview in New Jersey (am Samstag dazu mehr), ein weiteres am Donnerstag, zwei „Final Exams“ am Mittwoch und je ein Paper am Montag, Mittwoch und Donnerstag.


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Das alles hat mich aber nicht davon abgehalten die Präsentation rechtzeitig fertig zu stellen und Dienstag morgen nach Queens zu fahren. Queens ist der fünftgrößte Stadtbezirk in New York (2 Millionen Einwohner) und ist einer der runtergekommeneren und ärmeren Viertel. Die Schule die mir zugeteilt wurde ist die Newcomers High School und – wie der Name vermuten lässt – ist die Schule für „Newcomer“, also Neuankömmlinge gedacht. Die meisten Kinder hatten asiatische, afrikanische und lateinamerikanische Hintergründe, sprachen aber gut Englisch. Die 35 Schüler waren alle im Alter 15 bis 17 Jahre, interessiert und engagiert. Aber das lag vermutlich auch daran, dass ich ein „Guest Lecturer“ und nicht ihr Klassenlehrer war. Die war aber auch da und hat zugeschaut. Zur Unterstützung war ebenfalls eine Organisatorin vom Global Classroom Training mitgekommen.

Im Anhang findet ihr ein paar Screenshots meiner Präsentation. Sie war ca. eine Stunde lang und hat viel auf dem Input der Schüler aufgebaut. So habe ich erstmal ein Brainstorming zu „Deutschland“ gemacht, um zu erfahren was die Schüler denken. Wie erwartet kam ganz oben „Hitler“ und „2. Weltkrieg“ raus (auf einigen der Schulbänken hatte ich schon Hakenkreuze entdeckt…). Dadurch, dass das schon ganz am Anfang kam konnte ich das allerdings direkt ansprechen und entschärfen. Das Thema kam für den Rest meines Workshops daher kein einziges Mal mehr auf! Ansonsten waren die Antworten ehrlich und relevant: „Bier, Mercedes, BMW, Berlin, Bratwurst, Fußball“ obwohl keine der Kinder schon mal in Deutschland war. Auch auf der Weltkarte hatten sie Deutschland schnell entdeckt. Die angrenzenden Länder wusste aber keiner (der Kartenausschnitt war ihnen wahrscheinlich einfach zu groß).

Der zweite Teil des Workshops ging dann um BWL und die Unternehmensberatung. Da habe ich erzählt wieso ich BWL studiere, was man da so macht und was es für Karrieremöglichkeiten gibt. Obwohl das Thema etwas ernster war haben die Schüler Fragen gestellt und schienen interessiert. Ich habe kein Blatt vor den Mund genommen und erzählt wie hart es ist in der Unternehmensberatung zu arbeiten (auch wenn der Verdienst gut ist 😉 ), aber auch, dass man nicht gut in Mathe sein muss um BWL zu studieren.

Alles in allem wurde ich sehr gut angenommen und die Stunde hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht. Ich habe viel improvisiert und werde das nächste Mal (ja, es wird in ein paar Wochen ein zweites Mal in einer anderen Schule geben!) einiges mehr noch in die Präsentation einbauen. Vielleicht hätte ich doch Lehrer werden sollen 😛

Spring Break in Miami – Teil 3

Da sich meine Artikelserie jetzt ziemlich hinzieht, fasse ich alle ausstehenden Ereignisse in diesem Post zusammen.


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Everglades (Google Maps Punkt A)

Dies ist ein Nationalpark etwas mehr als eine Stunde östlich von Miami, bestehend aus Marschland mit vielen wilden Tieren, u.a. Krokodile. Wir sind in einer organsierten Tour im Bus hingefahren und haben dort eine Luftboot-Tour gemacht. Das ist im Prinzip eine Metallschale mit Sitzen die von einem riesigen Ventilator angetrieben wird. Macht wahnsinnig viel Krach, fährt aber auch wahnsinnig schnell und mach wahnsinnig viel Spaß! Nebenbei konnten wir noch einige wilde Tiere sehen. Faszinierend wie naturbelassen es nur wenige Meilen außerhalb einer riesigen Großstadt doch ist.

Anschließend hatten wir eine kurze Einführung im Alligator-Wrestling. Auf einen persönlichen Versuchen haben wir zwar verzichtet, aber Mandy hat sich immerhin getraut ein Alligator-Baby im Arm zu halten. Ich habe mich für die etwas harmlosere Variante entschieden 😉 (siehe Bild).

Coral Gables (Punkt B)

Am nächsten Tag haben Mandy und ich ausgenutzt, dass Hernan (ein Studienkollege der zufällig zeitgleich in Miami war) ein Kabrio gemietet hat. Also sind wir mit offenem Verdeck und aufgedrehter Musik durch die Stadt gefahren und haben uns die entspannt die Gegenden angeschaut. Unter anderem waren wir in Coral Gables, dem Stadtteil der Reichen und Schönen. Touristisch ist das Gebiet zwar recht uninteressant, allerdings kriegt man echt schöne Häuser und Villen zu Gesicht. Hat einfach ein „peaceful suburb“ Feeling.

Little Havana (Punkt C)

Zum Abschluss des Tages waren wir in Little Havana, dem kubanischen Chinatown von Miami. Zwar nicht ganz so „like another world“ wie Chinatown, ist es dennoch sehr schwierig ohne Spanisch auszukommen. Glücklicherweise kommt Hernan aus Argentinien und spricht die Sprache fließend. Er hat direkt mal einen „Local“ angesprochen und das beste Lokal des Viertels ausfindig gemacht. Das Essen war passabel, Kuba wird mir auf jeden Fall nicht wegen des Essens in Erinnerung bleiben. Wohl aber wegen ALL den Zigarrenläden. Was mich allerdings wundert, da es ein komplettes Handelsembargo zwischen den USA und Kuba gibt.

Abreise

Den letzten Tag haben wir dann nochmals am Strand verbracht. Den Rückflug hatten wir extra auf eine Zeit gelegt die uns nicht so viel Stress bereiten würde, nämlich 13 Uhr. So konnten wir in Ruhe auschecken und am Flugahfen einchecken. Mit 30min Verspätung sind wir dann wieder in Newark angekommen und haben uns einen entspannten Abend gegönnt. Es war eine wirklich tolle Zeit und definitiv die beste Weise Spring Break zu verbringen!