Archiv für den Monat: Januar 2012

Winterurlaub Teil #3 – Honolulu, Hawaii

Selbst von San Francisco betraegt der Flug nach Hawaii noch 6 Stunden. Der Zeitunterschied zu New York ist 5 Stunden (zumindest in Winter, da Hawaii keine Zeitumstellung hat), d.h. ganze 11 Stunden nach Deutschland. Eine Stunde weiter westlich und man kommt an die Datumsgrenze, wo die gleiche Uhrzeit herrscht, allerdings einen Tag später.


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Das Wetter ist wochenlang gleich. Zur Zeit 28 Grad und leicht wolkig. Wir waren in Honolulu, der größten Stadt auf Hawaii (400.000 Einwohner) auf der Insel O’ahu, der drittgrößten Insel. Diese Stadt ist Hawaiis Hauptknotenpunkt. 95% aller Flüge und Schiffe landen hier. Zu anderen Inseln muss man dann einen Anschlussflug nehmen. Da Hawaii nur Nüsse, Zucker und Ananas selber herstellt sind die Preise für alles andere 20 bis 100% teurer als auf dem Festland. Und wegen dem obengenannten Logistiknetz ist es auf den anderen Inseln nochmals 50-80% teurer. Dieses Preisniveau hat sich der Einzelhandel zunutze gemacht und hunderte und hunderte von High-Fashion-Laeden eroeffnet (Prada, Louis Vuitton, Bulgari, Swarovski, Boss, Coach, etc. etc.). Dennoch kann man mit etwas Geschick davonkommen ohne vollkommen arm zu werden.

Am Flughafen merkte man direkt, dass man in Hawaii ist, da man auf dem Weg zur Gepäckausgabe im Freien geht. Wir hatten uns überlegt den Stadtbus zu unserem Hotel zu nehmen da dieser häufig kommt und sehr günstig ist ($2,50). Dort wurden wir aber direkt mit der ersten Kuriosität konfrontiert: „No Luggage on City Buses!“ Wahnsinn… Es gibt vier Buslinien die vom Flughafen in die Stadt fahren und man darf KEIN Gepäck mitnehmen… Unverständlich. Wir waren dann also gezwungen ein Shuttle zu nehmen für $16 pro Person.

Unser Hotelzimmer hatte einen „halben“ Blick auf den pazifischen Ozean und eine Location nur 10min vom berühmten Waikiki-Strand entfernt. Den fand ich aber ehrlich gesagt gar nicht so schön. Sehr klein und teilweise steinig. In Miami war der Sand schöner. Aber die Landschaft auf Hawaii hingegen ist traumhaft. Zackige Berge, Vulkankrater und Palmen. Und das stärkste Gefühl, dass ich in der Zeit hatte war, dass ich gerade MITTEN im Pazifik bin, auf einer Insel die nur 40x40km groß ist. Und dennoch hat man das Gefühl im Herzen Amerikas zu sein: Sechsspurige Straßen, große Pickup-Trucks mit Chromfelgen, Hochhäuser und der typische Akzent. Es könnte auch Miami sein wenn nicht zwischendrin einige hawaiianische Elemente  zu finden wären, z.B. die Einheimischen (Mischung aus Japaner und braungebranntem Amerikaner) in Blumenhemden, die Straßennamen (Kalakaua Avenue, Kamehameha Highway, Keoiana Street, etc.), oder die Floskeln („Aloha“ statt „Hello“ und „Mahalo“ statt „Thanks“). Generell sind mir wieder einige Sachen aufgefallen:

  • Neben den Einheimischen hat man viele Japaner, Australier und Neuseeländer gesehen. Das macht auch Sinn, da Hawaii ähnlich weit von den drei Ländern entfernt liegt
  • „Jaywalking“ wird streng geahndet. Wer also als Fußgänger bei rot über die Ampel oder abseits der Überwege geht könnte schnell $150 ärmer sein
  • Wie erwähnt hat Hawaii (anders als das US-Festland) keine Winter-/Sommerzeitumstellung. Dennoch sieht man Auswirkungen, vorallem in Bezug auf Fernsehen und Flüge. Die Insel muss sich bewusst eine Stunde
  • Waikiki ist das Mekka der Hotels. Auf einer Fläche von 2km x 1km finden sich mehr als 80 Hotel, natürlich auch mit Vertretern aller namhaften Ketten
  • Die hawaiianische Sprache hat nur 12 Buchstaben (5 Vokale und 8 Konsonanten), d.h. man braucht viele Buchstaben für ein Wort und viele Wörter klingen sehr ähnlich. Zudem ähnelt sich die Aussprache der deutschen Sprache sehr. Die Insel spricht sich eigentlich „Hawah-ih“ aus.

Natürlich sind wir oft am Strand gewesen, haben aber auch viel sonst unternommen:

  1. So war ich das erste Mal in meinem Leben Surfen. Hawaii ist traumhaft dafür. Wir hatten über Groupon einen 90-minütigen Lehrgang gebucht und wurden von einen erfahrenen Surflehrer angeleitet, der uns Surfbretter und Kleidung geliehen hat. Die Wellen waren sehr hoch (über 2m), aber in einer Bucht an der Nordseite der Insel gab es auch „Anfängerwellen“ die nur 0,5-1m hoch waren. Ich hatte viel Spaß und war sehr erstaunt, dass ich beim ersten Mal direkt aufgestanden bin und einige Sekunden die Welle reiten konnte. Das Schwierigste fand ich das rauspaddeln das sehr anstrengend ist. Nach einer Stunde und ca. 6 Wellen waren wir dann beide platt und sind wieder an Land gegangen.
  2. Eine weitere Wasseraktivität war Parasailing, was ebenfalls eine klasse Erfahrung war. Morgens um 7 Uhr ging es mit dem Schnellboot raus aufs offene Meer (welches an dem Tag recht rau war und die Bootsfahrt eher einer Achterbahnfahrt hat gleichen lassen), wo man dann zu zweit an einem Art Fallschirm festgezurrt wurde. Das Seil an dem der Schirm hing wurde dann langsam abgerollt, sodass man etwas mehr als 100m über dem Meer hinter dem Boot hergezeogen wurde.
  3. Sehr gespannt war ich auf die Tour von Pearl Harbor. Leider ist der Ort noch immer eine Militärbasis (sogar immer noch der größte Arbeitgeber auf Hawaii) und nur ein paar Stellen sind öffentlich zugänglich. Zu sehen gab es einige Torpedos, Flugabwehrsysteme, ein U-Boot von außen sowie das „USS Arizona Memorial“. Die USS Arizona war ein riesiges Kriesschiff das 1941 aufgrund Beschusses explodierte. Es liegt nun in der Hafenbucht. Hierfür hatten wir Karten reserviert, was uns erlaubte mit dem Boot direkt über das Wrack zu fahren. Es erinnerte ein bisschen an Titanic in klein. Interessanter waren aber die diversen Ausstellungen die den Tag des Angriffs und die Geschichte drumherum ausführlich dokumtiert hatten. Auf jeden Fall ein historisch sehr mächter Ort.
  4. Unser letzter „großer“ Ausflug war eine Wanderung zur Spitze des „Diamond Head“, einem großen inaktiven Vulkan von wo man einen traumhaften Blick über die Insel hat. Der Blick hat auf jeden Fall den anstrengenden Marsch wettgemacht.

In Summe waren wir ebenfalls fünf Tage auf Hawaii und es war vieles neu. Für meinen Geschmack war es dort etwas zu touristisch. Nächstes Mal sollte man etwas mehr Geld in die Hand nehmen und nach Mau’i oder Kaua’i fliegen, wo es sicherlich ländlicher ist.

Winterurlaub Teil #2 – San Francisco

Teil #1 meines Winterurlaubs habe ich in Deutschland verbracht, nur um einen Tag spaeter wieder in fuer sechs Stunden in den Flieger zu steigen, um Teil 2 anzutreten. 5 Tage San Francisco und 5 Tage Honolulu!

Unser Flug verlief reibungslos, auch wenn ich genervt war, dass wir fuer einen 6-Stunden-Flug $25 pro Gepaeckstueck zahlen mussten und es KEIN Essen umsonst gab. Die oeffentlichen Verkehrsmittel in San Francisco (SF) sind sehr gut, so kamen wir gut nach Downtown, wo unser sehr guenstiges Hotel lag.

In SF hatten wir einiges geplant und viel unternommen. Eine Bustour durch die Stadt mit Halt an den Twin Peaks (Aussichtsplattform am Berg mit Blick auf die Stadt) und der Golden Gate Bridge. Zudem hatten wir eine Bootstour und eine sehr coole Segway-Tour. Ausserdem waren wir oft mit der Strassenbahn und dem klassischen „Cable Car“ unterwegs. Den Rest unserer Zeit haben wir zu Fuss in SF verbracht. Die Stadt ist einfach super huegelig und schoen anzusehen. Am letzten Tag haben wir dann den Zug nach Palo Alto genommen, wo wir Stanford University besichtigt haben.

Das Wetter war durchweg wolkenfrei und um die 10-15 Grad. Nach New York und Boston ist San Francisco einer meiner neuen Lieblingsstaedte geworden. Klasse Gefuehl die Strassen dort zu laufen. Generell habe ich folgende Feststellungen gemacht:

  • Alles ist viel entspannter als an der Ostkueste. Das Leben hat einfach einen anderen Rhytmus. Vom Fussgaenger zum Supermarktverkaeufer. Am Anfang war das sehr frustrierend, aber ich hatte mich schnell daran gewoehnt und finde es mittlerweile sogar sehr angenehm
  • Die Leute sind freundlicher. Obs der Busfahrer, der Hotelbedienstete oder die Restaurantbedienung ist, man kam sich nicht wie Abschaum vor, wie so oft in New York (vorallem aber in Deutschland!)
  • Die Autofahrer sind erstaunlich gut fuer amerikanische Standards. Es wird geblinkt, an Zebrastreifen gehalten und nicht ruecksichtslos ueberholt
  • Aber auf der negativen Seite: Es riecht an jeder Ecke nach Marijuana. Und nicht nur ein bisschen. Zudem wurde uns zwei Mal das Zeug „guenstig“ angeboten. Das waren schon fast Vancouver-Standards
  • Das was am meisten gestoert hat: MASSENHAFT Obdachlose. Auch das hat mich sehr an Vancouver erinnert. Mindestens 2-3 Leute an jeder Ecke. Wahnsinn… Selten bin ich so oft nach Geld gefragt worden

In Summe aber ein klasse Start in den USA-Urlaub! Ich hatte jeden Tag Spass und konnte definitiv abschalten. Anbei findet ihr einige der besseren Bilder, ohne besondere Reihenfolge: