Archiv für den Monat: Juni 2012

Roadtrip – Nevada


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  • A: Phoenix, AZ
  • B: Hoover Dam, NV
  • C: Las Vegas, NV

Morgens früh ging es von Phoenix auf zum Hoover Dam in Nevada. Die Strecke war mir etwas unangenehm, weil es draußen über 40°C waren und stundenlang keine Tankstelle in Sicht war. Der Benzinspiegel sank stetig und außer Kakteen war nichts zu sehen. Natürlich mussten wir genau dann einen Platten bekommen… Wir fuhren rechts ran und riefen erst einmal den Notdienst der Mietwagenfirma an. Dort sagte man uns, dass der nächste Wagen in ca. vier Stunden da sein könnte. Wir bedankten uns und wechselten den Reifen lieber selbst. Allerdings war es ein Notrad, welches uns nur erlaubte 60kmh zu fahren.

Gegen Nachmittag sind wir dann – trotz Notrad – am Hoover Dam in Nevada angekommen. Ein beeindruckender Staudamm mit einer Höhe von 220m am Rande des Grand Canyon. Er staut den Colorado River, der durch den Canyon fließt und schafft Lake Mead. Dessen Pegel ist allerdings in den letzten Jahren start gesunken, was man anhand der Helligkeit der umliegenden Felsen erkennen konnte. Der Damm wird zur Stromerzeugung genutzt und versorgt den Großteil von Las Vegas. Der erhöhte Stromverbrauch der Stadt und diverse Klimaeffekte haben angeblich zum Absinken beigetragen.

Anschließend ging es auf zum Las Vegas Airport, wo wir den Mietwagen umtauschen lassen mussten. Leider bekamen wir einen potthässlichen grauen Kia Soul, der unser Gepäck nur knapp schluckte und mit dem Benzin nicht so sparsam umging wie unser Ford Focus. Dennoch war es ein Auto und wir kamen ohne Mehrkosten davon.

In Vegas hatten wir uns ins Bellagio Hotel eingebucht, denn wenn schon, denn schon! Die Stadt ist einfach wie ein Traumland. Wie eine zu groß geratene Spielzeugstadt. Eine durch und durch unnötige Stadt mitten in der Wüste. Nichts außer Casinos, Hotels und teuren Einkaufsläden. Die Hotel sind so groß, dass man tagelang drin bleiben könnte ohne etwas zu missen. Eins davon – das Venice – ist sogar so pompös, dass es ein naturgetreuer Nachbau von Venedig ist. Draußen findet man die Seufzerbrücke, den Kirchturm vom Markusplatz, die Rialto Brücke und etliche Gondeln. Im dritten Stock gibt den Markusplatz in klein. Ziemlich wahrheitsgetreu und absolut unnötig, aber beeindruckend.

Natürlich haben wir auch etwas gezockt. Mit einem selbstgesetzten Limit von $100 sind wir Abends losgezogen. Beim Poker lag der Mindesteinsatz über $100, und so haben wir uns mit Roulette zufrieden gegeben. Ich habe sehr schnell $85 verloren und bin ausgestiegen. Enttäuschend… Joachim hat seinen Einsatz in der gleichen Zeit verdoppelt und ist ebenfalls ausgestiegen. Dann sind wir weiter ins nächste Casino, wo Joachim den Gewinn direkt wieder verlor und ich mit $15 die verzockten $85 wiedergewann. Dabei haben wir es dann belassen und sind ohne Verlust ausgestiegen. Gewonnen hatten wir beide aber dennoch, denn wir haben ständig kostenlose Getränke bekommen haben, da man – solang man spielt – umsonst bedient wird

Anschließend war es dann auch schon 4:30 Uhr und wir sind erschöpft ins Bett gefallen.

Roadtrip – Arizona


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  • A: Albuquerque, NM
  • B: Grand Canyon Village, AZ
  • C: Phoenix, AZ

In Arizona war unser erster großer Stop in Sachen Sehenswürdigkeit: Der Grand Canyon. Die Fahrt dahin war unerwartet anti-klimatisch. Man fährt und fährt und plötzlich ist er da. Wir sind bis auf 50m herangefahren ohne den kleinsten Hinweis, dass sich hier eine der größten Naturphänomene aufwartet. Nämlich eine Schlucht mit einer Länge von 446km und einer Tiefe von knapp einem Kilometer. Sie erscheint einfach mitten aus dem Nichts und haut dich von den Füßen. Es ist kaum zu glauben, dass die winzigen Punkte in der Tiefe meterhohe Bäume sind. Und zudem eine erdrückende Hitze und Stille.

Wir haben das Auto geparkt und sind den Rest des Tages am Rand des Canyons entlangspaziert. Das Grand Canyon Village-Gebiet ist touristisch stark ausgebaut, mit riesigen Parkplätzen, Shuttle-Bussen, Supermarkt und zahlreichen Hotels. Zudem sind die Wege entlang des Randes asphaltiert. Selbst ein Rollstuhlfahrer kommt problemlos umher. Für einen Marsch hinab in den Canyon war es zu spät, und so hatten wir uns ein (saftig teures!) Hotel im Park gebucht, welches wie eine hölzerne Skihütte ausgebaut war.

Am nächsten Tag früh und mit drei Liter Wasser im Gepäck sind wir um 6:30 Uhr aufgebrochen, um den Marsch anzutreten. Die Luft war angenehm kühl, mit 12°C schon fast zu kühl. In der Nacht gingen die Temperaturen bis auf 4°C runter. Den erste Teil der Wanderung haben wir mit einem Parkranger verbracht, der uns vieles über die Entstehung des Canyons erzählen konnte. Zudem gab es einige interessante Fakten:

  • Der durchschnittliche Parkbesucher bleibt nur fünf Stunden im Park
  • Nur 5% aller Parkbesucher verlassen die asphaltierten Wege und setzen einen Fuß unter den Rand
  • Von diesen 5% erreichen nur 10% den Fuße des Canyons
  • (Und meine Observation: Im Canyon selbst waren viel weniger Amerikaner zu sehen, dafür viele Deutsche im Wanderfieber)

Wandern im Canyon hat allerdings seine Tücken. Der Hinweg ist leicht, da es bergab geht und es morgens kühl ist. Auf dem Rückweg knallt die Hitze auf die Felsen und es geht steil bergauf. Zudem hat man bis dahin das meiste seines Wassers aufgebracht. So sind wir „nur“ etwa den halben Canyon zum „Skeleton Point“ heruntergewandert. Dennoch waren das knapp 600 Höhenmeter. Auf dem Rückweg kamen wir richtig ins Schwitzen und das Wasser ist uns ausgegangen. Erschöpft oben angekommen haben wir jeweils nochmal knapp zwei Liter Wasser geleert. Eine wahnsinnige Erfahrung, und wieder unglaublich wie groß der Canyon wirklich ist!

Am selben Tag sind wir dann noch knapp 400km südlich bis nach Phoenix gefahren. Mit 1,4 Millionen Einwohnern ist sie die größte Stadt Arizons und zudem die Hauptstadt. Außerdem ist sie die heißeste Stadt Amerikas. Das wurde uns schlaghaft klar als wir um 21 Uhr aus dem Auto gestiegen sind uns es noch über 40°C waren!! Glücklicherweise war die Luftfeuchtigkeit nahe null. Es fühlte sich dennoch an wie im Backofen und wir hatten das Gefühl aus dem Auto direkt in eine Wand zu laufen.

In Phoenix haben wir einen Kommilitonen von Rutgers zum Abendessen getroffen und sind anschließend totmüde ins Bett gefallen.