Archiv für den Monat: Juni 2013

Überraschungsparty

Letzten Samstag hatte ich vor Abends in einem Lokal meinen Geburtstag zu feiern, doch Mandy kam mir zuvor. Ich hatte auf Facebook ein Event erstellt und Freunde eingeladen. Sie hatte daraufhin ohne mein Wissen alle Gaeste kontaktiert und eine fruehere Zeit und einen alternativen Ort ausgemacht. Mir hatte sie erzaehlt, dass ich mir nachmittags nichts vornehmen solle, da sie eine Ueberraschung fuer mich habe. Nichtsahnend setzte ich mich bei ihr ins Auto und schloss die Augen. 20 Minuten spaeter musste ich mit geschlossenen Augen aussteigen und auf ihr Zeichen warten. Ich oeffnete die Augen und staunte nicht schlecht. Ich stand in einem Vordergarten, um mich herum zehn meiner Kollegen/Freunde und im Hintergrund ein angeheizter Grill. Bevor ich mich richtig orientieren konnte drueckte man mir ein (deutsches!!) Bier in die Hand und praesentierte mir mein Geschenk: Einen Campingstuhl mit Amerikaflaggenmuster. Dieser sollte fuer den Rest des Abends mein „Thron“ sein. Ich war ueberwaeltigt. Ich hatte nichts geahnt, was in Zeiten von Facebook und Smartphone ein kleines Wunder darstellt.

Der Vordergarten und der Grill gehoerten einem meiner Arbeitskollegen. Die anderen hatten Essen mitgebracht. Und zwar nicht irgend ein Essen, sondern selbstgemachte, typisch amerikanische Speisen: Es gab Chips, Burger, Steak, „Mac ’n Cheese“, Maiskolben, und natuerlich Speck ohne Ende. Zum Nachtisch kamen Chocolate Chip Cookies, Cupcakes und Eiscreme dazu, sowie zum Trinken Coca Cola, Bier und natuerlich „Moonshine“, ein schwarzgebrannter und hochprozentiger Schnaps der in North Carolina sehr beliebt ist.

Als Entertainment wurde „Cornhole“ gespielt, ebenfalls etwas sehr amerikanisches. Das ist ein Spiel, bei dem mehrere Spieler abwechselnd mit Mais gefüllte kleine Säcke auf eine 10m-entfernte angehobene Plattform mit einem Loch werfen. Bleibt ein Säckchen auf der Plattform liegen, ist ein Punkt erzielt, fällt ein Säckchen in das Loch, sind drei Punkte erzielt. Wer zuerst 21 Punkte erzielt gewinnt. Klingt einfach, ist aber unglaublich schwer. Das erste Spiel war nach 30 Minuten immer noch nicht vorrueber. Die „Cornhole-Boards“ wurden uebrigens handgeschreinert, und zwar von meinem Chef. Witzig!

Mit Essen, Trinken, Quatschen und Spielen ging der Abend schnell rum. Ich hatte eine super Zeit und schaetze mich wirklich gluecklich in meinem Leben so viele gute Freunde in allen Teilen der Welt zu haben. Gerne haette ich zwar meinen Geburtstag – wie ueblich – im Garten meiner Eltern in Deutschland gefeiert, aber man kann nicht alles haben. Zudem habe ich vielleicht die Gelegenheit die Feier Ende August nachzuholen. Wenn alles nach Plan verlaeuft bin ich vom 24. August bis 13. September im Lande! Mark your calendars 🙂

Es ist offiziell: Ich ziehe nach Singapur!

Endlich habe ich es schriftlich: Mitte September diesen Jahres ziehe ich nach Singapur! Ich habe monatelang mit meinem Arbeitgeber verhandelt und seit gestern halte ich einen Arbeitsvertrag in den Haenden. Ich werde viele spannende neue Aufgaben bekommen, verbleibende aber in derselben Abteilung. Das heisst ich behalte den gleichen Vorgesetzten, einen Grossteil meiner Arbeitskollegen und Zielvorgaben. Die Umgebung wird allerdings neu sein. Aber nicht nur die Stadt, sondern auch das Land und der Kontinent werden neu sein. Also eine richtige Herausforderung.

Von New York ueber Frankfurt nach Singapur

Nach so langer Funkstille (tut mir Leid, ich wollte nichts ankuendigen bevor es offiziell ist) nun endlich einige Details:

  • Warum Singapur? Warum nicht? Ich wollte eine neue Herausforderung. Ich habe gelernt, dass man nur wachsen kann wenn man sich aus seiner Komfortzone herauswagt. Und zwar nicht nur ab und an, sondern oft und in grossem Stil. Daher mein Auslandssemester in Kanada, daher Studium in den USA, daher Vollzeit-Job in den USA, und nun daher Singapur.
  • Ja, aber warum dann nicht Simbabwe oder Antarktis? Die endgueltige Wahl des Ortes wurde natuerlich durch zahlreiche Faktoren getrieben. Erstens: Kontinent. Ich wollte etwas komplett anderes ausprobieren. Ich fand Asien schon immer spannend und faszinierend. Ein Kontinent der so anders ist als Europa oder Nordamerika. Tiefverwurzelte Geschichte und mittlerweile der groesste Wachstumsherd der Welt. Zweitens: Sprache. Es musste ein Ort sein an dem ich mit Englisch klarkomme. Drittens: Ein Job. Meine Firma hat zwar Niederlassungen in fast allen asiatischen Laendern, aber es musste eine strategische Location mit direktem Geschaeftsbezug zu meiner Abteilung sein. Singapur ist das Drehkreuz fuer fast alle asiatischen Geschaefte. Also ein spannender Ort karrieretechnisch. Viertens: Lebensstandard: Ich wollte nichts ins Outback, den Dschungel oder die Wueste. Singapur hat eine der hoechsten Lebensqualitaeten in ganz Asien (und zum Teil auch der Welt). Aus all diesen Gruenden passte Singapur sehr gut.
  • Wann genau geht es los? Noch ist nichts gebucht, aber so sieht der Plan aus: Ende August endet mein (Visum und damit auch mein) Arbeitsverhaeltnis und ich werde meine Wohnung hier aufloesen. Anschliessend werde ich nach Deutschland aufbrechen, wo ich drei bis vier Wochen verbringen werde. Und ja, ich habe vor die Zeit intensiv zu nutzen, um Familie und Freunden zu sehen. Mitte/Ende September geht es dann auf in den Fernen Osten.
  • Wie lange wirst du dort sein? Der momentane Plan sieht vor, dass ich 18 Monate, also 1,5 Jahre, dort sein werde.
  • Kommst du zwischendurch nach Hause? Aber natuerlich. Es wird vermutlich aehnlich sein wie momentan. Zumindest an Weihnachten werde ich da sein.
  • Wirst du uns vermissen? Ist das eine ernst gemeinte Frage? Absolut!!! Es tut mir weh. Und zwar noch mehr als ich 2010 in die USA aufgebrochen bin. Ich habe euch dann schon so lange hingehalten und euch versprochen, dass ich wiederkomme. Und das Versprechen halte ich auch, aber ich muss euch leider noch einmal hinhalten. „Fern“-Freundschaften sind durch das Internet zwar wesentlich komfortabler geworden, aber einfach ist es trotzdem nicht, fuer beide Seiten. Die letzten drei Jahre haben mir gezeigt wer meine wirklichen Freunde sind, und ich danke euch mit ganzem Herzen fuer euer Durchhaltevermoegen und die konstanten Bemuehungen in Kontakt zu bleiben. Ich werde auch weiterhin mein Bestes geben proaktiv zu sein und euch anzusprechen bzw. auf eure Kontaktaufnahmen zu reagieren. Bitte ruegt mich falls ich nicht reagiere!!
  • Wie koennen wir in Kontakt bleiben? So wie bisher auch. Die Zeitverschiebung betraegt ab September statt -6 Stunden dann +6 Stunden. Wenn es in New York 8 Uhr ist, ist es in Deutschland 14 Uhr und in Singapur 20 Uhr. Lustigerweise wisst ihr dann wie es mir die letzten Jahre ging, da es aus den USA immer +6 Stunden nach Deutschland war. Ab September wird aus Deutschland +6 Stunden fuer euch nach Singapur sein. Ich werde also am bestens erreichbar sein wenn es in Deutschland Morgens, Mittags oder Fruehnachmittags ist. Natuerlich bin ich weiterhin per iMessage, FaceTime, WhatsApp, Skype und E-Mail erreichbar. Meine deutsche Skype-Nummer bleibt aktiv und ich werde weiterhin hier meine Erfahrungen niederschreiben (sobald ich den Blog umgewidmet habe).
  • Was nun? Da nun der Grundstein gelegt ist geht die Arbeit erst richtig los. Informationen einholen, mit Einheimischen sprechen, Wohnung suchen, Visum beantragen und tausend Kleinigkeiten organisieren. Ich werde euch auf dem Laufenden halten!