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Italienurlaub Teil 2: Venedig

Nach dem Auschecken in Rom sind wir am vierten Tag unserer Italienreise zum Termini aufgebrochen, um den gebuchten Zug nach Venedig aufzusuchen. Abgesehen von der fehlenden Gleisanzeige war ich mit TrenItalia (der italienischen Staatsbahn) sehr zufrieden: Die Züge waren modern, sauber und auf die Minute pünktlich! Dazu kam, dass wir in nur 3,5 Stunden in Venedig waren. Ich war sehr positiv überrascht. Liebe Deutsche Bahn, da kannst du dir mal eine Scheibe von abschneiden!


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Venedig bietet ein ganz anderes Bild als Rom und lässt sich am Besten auf Bildern beschreiben. Unser Hotel war nicht weit vom Bahnhof in einer kleinen Seitengasse, ab vom Touristenstrom. Denn davon gibt es nun wirklich mehr als genug in Venedig. Es macht mich ziemlich traurig zu sehen wie kommerzialisiert die Stadt mittlerweile ist und wie wenig „echte“ Italiener noch dort wohnen. Alles ist auf Touristen zugeschnitten und man sieht die Stadt vor lauter Souvenirläden kaum noch. So hatten wir auch große Mühe ein authentisches Restaurant zu finden. Aber architektonisch gibt es auf jeden Fall noch viel schönes zu finden. Und generell ist die Stadt trotzdem noch ein kleiner Mikrokosmos. Autos und Motorräder sind verboten und so passiert alles per Boot oder per Pedes. DHL hat eigene Boote und sogar der Rettungsdienst fährt mit umgebauten Schubkarren Rentner durch die Stadt.

Wir haben alle Touristenattraktionen abgeklappert, waren aber auch in vielen abgelegenen Stellen (oft unfreiweillig weil wir uns verlaufen hatten) wo man noch ein Funkeln des echten Venedig zu sehen bekam. Ebenfalls waren wir auf den berühmten Inseln Murano (Glasbläserei) und Burano (Spitzenstickerei und Fischerei). All diese Ausflüge, wie auch viele Ziele in der Stadt erreichten wir mit „Vaparettos“, den schwimmenden Linienbussen. Sie sind im Prinzip identisch mit Ubahnen abgesehen davon, dass sie auf Wasser fahren.

Unser Rückflug ging dann drei Tage später um 23 Uhr vom Flughafen Marco Polo in Venedig, der nur 20min mit dem Bus vom Stadtkern entfernt ist.

Italienurlaub Teil 1: Rom

Mein Praktikum war zuende, der Semesterbeginn erst am 1. September: Die perfekte Zeit für Urlaub mit Mandy! Damit alles budgetmäßig im Rahmen bleibt, sind wir mit Ryanair von Frankfurt/Hahn aus nach Rom geflogen. Leider ist Ryanair ein Synonym für “unmögliche Flugzeiten”, also mussten wir Sonntag Früh bereits um 3:30 Uhr morgens aufbrechen. Danke Sandra, dass du uns zu dieser unmenschlichen Uhrzeit zum Flughafen gebracht hast!

Immerhin waren wir schon um 9:30 Uhr morgens im Hotel, wo wir auch schon einchecken konnten, super! Wenn ich “Hotel” sage, meine ich ein “Bed & Breakfast” im 5. Stock eines typischen italienischen Hauses in einem Wohnviertel. Zimmer und Frühstück waren einfach, aber gut und ausreichend. Gegen zehn Euro Aufschlag gab es auch Klimaanlage, eine gute Geldanlage wie sich herausstellen sollte!

Nach dem Auspacken ging es dann auch direkt schon los, in Richtung Stadt. Der erste Halt war der Markt an der Via Porta Portese, da dieser bereits um 14 Uhr dicht macht. Die Busfahrt dahin war so ziemlich die abenteuerlichste die ich je gemacht habe. Der Bus war überfüllt und trotzdem stiegen immer mehr Leute ein. Es wurde gedrückt und geflucht und weitergedrückt. Wir standen minutenlang and jeder Haltestelle bis entweder alle drin waren oder auch die hartnäckigsten Passagiere aufgaben und draussen geblieben sind. Diese Situationen arteten oft in Geschrei und Schlägerein aus. Und bewegen konnte man sich keinen Millimeter. Ich war wirklich froh als wir es nach 30min geschafft hatten auszusteigen. Jetzt kann ich mir im ANSATZ vorstellen wie es auf der Loveparade gewesen sein muss…

Beim Markt angekommen ahnten wir nicht wie riesig er sein würde. Und mit “riesig” meine ich RIESIG. Es war zwar nur eine Strasse, aber nach 25min Laufen waren wir immer noch nicht am Ende. Und dabei hatten wir so ziemlich jedes gefälschte Produkt gesehen das man sich vorstellen kann. Von Klamotten über Taschen, Gürtel, Handtaschen, DVDs, CDs und Schmuck war alles dabei. Dort fand Mandy auch eine Sonnenbrille für 2 Euro.

Weiter ging es zum Forum Romanum, dem historischen Stadtkern von Rom, und zum Kollosseum. Beides sehr beeindruckend und viel zu umfassend um hier beschrieben warden zu können. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass ich in der Schule in Geschichte besser aufgepasst hätte!

Um 16 Uhr waren wir dann platt. Es war keine Wolke am Himmel, das Themometer sagte 39 Grad, mein Gefühl mindestens 50 Grad. Also sind wir zum Hotel zurück, haben geduscht und ausgeruht und sind Abends beim Hotel rumgelaufen bis wir ein günstiges (wenn auch touristisches) Lokal gefunden hatten. Dort gab es traditionell Pizza, Pasta und Tiramisu und um 21:30 Uhr – 18 Stunden nach Abfahrt – waren wir schon im Bett.

Am den beiden nächsten Tagen war ebenfalls viel Laufen angesagt. Nach dem Frühstuck sind wir – dick mit Sonnencreme beschmiert – in Richtung  Innenstadt aufgebrochen. Dort haben wir dann den Tag verbracht. Kleine verwinkelte Strässchen, Eiscafes, Brunnen, Kirchen, Souvenirshops, “Wolle Rose kaufen”-Typen, Touristen, Lokale, Vespas und glühende Hitze. Schön! Unter anderem haben wir auch das Pantheon besichtigt, eines der besterhaltesten religiösen Strukturen Italiens. Abends waren wir dann in einem kleinen Lokal in der Innenstadt und haben eine “interessante” Erfahrung gemacht. Die Preise waren hoch – klar, Innenstadt – und das Essen in Ordnung, dazu brachte uns der Ober Brot. Im Nachhinein stellte sich raus, dass uns pro Stück (!) Brot ein Euro in Rechnung gestelllt wurde. Wahnsinn…

Am nächsten Abend kam dann eine ähnliche Erfahrung in einem anderen Lokal: Zum Essen gab es wieder Brot, mit welchem wir sparsam umgingen. Nach der Hauptspeise bat ich um die Rechnung. Stattdessen kamen zwei Teller mit geschnittener Wassermelone. Wir haben uns gefragt ob sie das wohl auch berechnen würden, aber aßen sie trotzdem. Nachdem sich 15min wieder keiner Blicken ließ, fragte ich erneut nach der Rechnung. Diesmal bekamen wir zwei Fingerhüte mit Eiscreme. Das war zwar nett, aber wir wollten zahlen. Also nochmal gefragt, dann kam der Ober nochmals mit Melone an. Ich wimmelte ab, sagte wir wären satt aber er liess sich nicht beirren und stellte die Teller vor uns. Wir rührten sie nicht an. Die Bedienung kam – wieder ohne Rechnung – und fragte ob es nicht schmeckt. Wir, doch doch, wir sind nur satt. Nach weiteren 10min kam dann die Rechnung. Mit Herzklopfen klappte ich sie auf und stellte fest, dass keines der Extrasachen berechnet wurde. Endlich mal eine positive Überraschung! Also aßen wir die zweite Wassermelone doch auf. 😉

Den letzten Tag verbrachten wir dann damit einige Museen abzuklappern und uns die Vatikanstadt anzuschaün. Letzteres war wirklich die Reise wert. Beeindruckend und schwer zu beschreiben. Auch die 7 Euro Eintritt um die Domkuppel zu erklimmen waren gut angelegt. Abenteürlicher Aufstieg (mit schiefen Treppen! Siehe Bilder), aber super Ausblick! Ein schöner Abschluss für Rom!