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Laura in New York

Die letzten zehn Tage waren außergewöhnlich vollgepackt. Natürlich wollte ich Laura so viel von der Gegend zeigen wie ich konnte, musste aber gleichzeitig viel für die Uni machen. Glücklicherweise hat das aber alles halbwegs geklappt. Dazu beigetragen hat auch mein Fellow Fulbrighter Joachim, der im gleichen Gebäude wohnt wie ich und viel Zeit mit Laura verbracht hat als ich in der Uni war. Danke!

Obwohl ich die meisten der Sehenswürdigkeiten schon gesehen hatte gab es einiges was neu war:

1) Wir waren auf dem Empire State Building. Vor einem Jahr war ich mit Uwe auf dem Rockefeller Center und habe atemberaubende Skyline-Bilder bei Tag gemacht. Diese kann ich nun mit wahnsinnigen Nachtbildern ergänzen. Zwar sieht man auf keinen der Bilder das Empire State Building (weil ich draufstehe…) aber man hat eine klasse Sicht auf den Financial District.

2) Wir haben eine Bootstour um Lower Manhattan und die Freiheitsstatue unternommen. Der Tour Guide war witzig und hat viel Neues erzählt. Zudem konnte man das „One World Trade Center“ von der Ferne bewundern, welches mittlerweile das größte Gebäude in Downtown ist! Als ich letzten August ankam war es nicht einmal halb so hoch! Im Anschluss gab es von einem echten deutschen Glühweinstand „Autofahrer-Glühwein“ (da man Alkohol in New York nur in Liquor Stores verkaufen darf).

3) Wir waren am Rockefeller Center Eislaufen. Nachdem ich mich letztes Jahr erfolgreich gewehrt habe bin ich dieses Mal doch aufs Eis gestiegen. Es hat sogar einigermaßen geklappt, zumindest bin ich nur einmal hingefallen. Auch dort sind klasse Bilder entstanden.

4) Wir waren am 9/11 Memorial, welches nun endlich geöffnet hat. Der Eintritt ist zwar kostenlos, aber man muss einige Wochen vorher Karten im Internet reservieren, welche einem zu einer bestimmten Uhrzeit Zutritt gewährt. Trotz Zeitslot mussten wir uns 30min anstellen und durch zig Kartenkontrollen und Flughafen-Sicherheitschecks. Das Denkmal an sich ist weniger atemberaubend als gedacht. Es ist eher ein Ort der Reflektion. Die Stimmung ist bedrückend und die schreckliche Geschichte dieses Geländes kann man geradezu spüren. Die Architektur ist stilvoll und passend. Wo früher die zwei Türme standen sind nun zwei riesige kraterartige Brunnen, umrandet von dutzenden Bäumen. Schade ist, dass das umliegende Gelände noch immer 100% Baustelle ist. Aber das dürfte in ein paar Jahren auch vorbei sein.

5) Ich war zwar schon mehrfach im „High Line Park“, aber seit ein paar Wochen wurde er weiter ausgebaut. Die Länge hat sich mehr als verdoppelt und es lohnt sich nun wirklich dort einen Spaziergang zu machen.

Zudem waren wir mehrmals zusammen Essen und haben uns gut unterhalten. Es war eine schöne Zeit und es war nicht leicht mich anschließend tagelang in die Uni einsperren zu müssen, damit meine Assignments alle fertig werden. Aber in weniger als vier Wochen bin ich ja schon wieder in Deutschland!

Falscher Führerschein?

Seit Mittwoch Abend habe ich Besuch aus Deutschland. Laura, die nur fünf Minuten von meinem Heimatort entfernt wohnt ist für 10 Tage hier. Es ist toll jemandem so Vertrautes die letzten vierzehn Monate meines Leben zeigen zu können. Sie war zwar schon mal im New York, allerdings schon vor einigen Jahren und damals nur für zwei Tage.

Die erste Erfahrung sollte ein amerikanischer, bzw. irischer Pub sein. Also haben wir uns zusammen mit Joachim, dem anderen deutschen Fulbrighter in Newark, Donnerstag Abend auf den Weg zum McGoverns gemacht. Dort war allerdings so voll, dass wir auf das Kilkenny Alehouse ausweichen mussten, wo ich im ersten Semester einige Male war.

An der Bar mussten wir, wie in den USA üblich, einen Altersnachweis vorzeugen. Ich gab dem Barkeeper also stolz meinen schönen New Jersey Führerschein, um den ich das letzte halbe Jahr so hart gekämpft hatte. Er nahm auch die Ausweise der anderen und verschwand für einige Minuten. Nach einer Ewigkeit kam er endlich wieder und meinte: „We have big problem here folks!“ Wir schauten uns ratlos an und fragten wieso. Er antwortet mit der Frage wer von uns Martin sei. Ich meldete mich und er sagte: „Do you have another ID on you?“. Ich verneinte, denn seit meinem Geldbeutel-Erlebnis in Köln habe ich nur noch das allernötigste dabei. Seine Antwort war nur, dass meine Reise dann erstmal beendet ist. Ich war ratlos und fragte was denn los sei. Antwort: „Mate, your ID is fake, you’re not going anyhwere!“

Ich konnte das erst gar nicht glauben. Ich sagte: „How much realer does it get than a real ID?“ aber das hat ihn auch nicht beeindruckt. „What’s wrong with it? Why do you think it’s fake?“. Er meinte die Plastikfolie wäre am Rand inkonsistent und dass ein Sicherheitsmerkmal fehlt. Ich hatte langsam die Schnauze voll und verlangte meinen Ausweis zurück. Ich bekam die Antwort, dass das nicht passieren wird, da der Ausweis eine Fälschung ist. Dann ist mir wirklich der Kragen geplatzt: „Right, I’m calling the cops. They’ll tell you it’s real.“ Er: „Don’t bother, I’ll call them myself“ und ging zum Telefon. Auf dem Weg blieb er aber stehen, er drehte sich um und holte sein iPhone raus. „Okay, last chance before I call the cops.“ Er hatte eine App mit dem man den Barcode der Karte scannen konnte. Diesen Test hatte ich dann wohl endlich bestanden, denn er meinte: „Okay, you’re good.“ und gab mir den Ausweis zurück.

Ich war so stinkig, dass ich eigentlich direkt gehen wollte, aber die anderen hatten es sich schon gemütlich gemacht. Glücklicherweise bekam ich dann endlich ein Bier und der Rest des Abend verlief ereignislos. Ich glaube nur Lena wird verstehen was ich für einen Aufstand gemacht hätte wenn ich den Ausweis nich zurückbekommen hätte. 😉