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Falscher Führerschein?

Seit Mittwoch Abend habe ich Besuch aus Deutschland. Laura, die nur fünf Minuten von meinem Heimatort entfernt wohnt ist für 10 Tage hier. Es ist toll jemandem so Vertrautes die letzten vierzehn Monate meines Leben zeigen zu können. Sie war zwar schon mal im New York, allerdings schon vor einigen Jahren und damals nur für zwei Tage.

Die erste Erfahrung sollte ein amerikanischer, bzw. irischer Pub sein. Also haben wir uns zusammen mit Joachim, dem anderen deutschen Fulbrighter in Newark, Donnerstag Abend auf den Weg zum McGoverns gemacht. Dort war allerdings so voll, dass wir auf das Kilkenny Alehouse ausweichen mussten, wo ich im ersten Semester einige Male war.

An der Bar mussten wir, wie in den USA üblich, einen Altersnachweis vorzeugen. Ich gab dem Barkeeper also stolz meinen schönen New Jersey Führerschein, um den ich das letzte halbe Jahr so hart gekämpft hatte. Er nahm auch die Ausweise der anderen und verschwand für einige Minuten. Nach einer Ewigkeit kam er endlich wieder und meinte: „We have big problem here folks!“ Wir schauten uns ratlos an und fragten wieso. Er antwortet mit der Frage wer von uns Martin sei. Ich meldete mich und er sagte: „Do you have another ID on you?“. Ich verneinte, denn seit meinem Geldbeutel-Erlebnis in Köln habe ich nur noch das allernötigste dabei. Seine Antwort war nur, dass meine Reise dann erstmal beendet ist. Ich war ratlos und fragte was denn los sei. Antwort: „Mate, your ID is fake, you’re not going anyhwere!“

Ich konnte das erst gar nicht glauben. Ich sagte: „How much realer does it get than a real ID?“ aber das hat ihn auch nicht beeindruckt. „What’s wrong with it? Why do you think it’s fake?“. Er meinte die Plastikfolie wäre am Rand inkonsistent und dass ein Sicherheitsmerkmal fehlt. Ich hatte langsam die Schnauze voll und verlangte meinen Ausweis zurück. Ich bekam die Antwort, dass das nicht passieren wird, da der Ausweis eine Fälschung ist. Dann ist mir wirklich der Kragen geplatzt: „Right, I’m calling the cops. They’ll tell you it’s real.“ Er: „Don’t bother, I’ll call them myself“ und ging zum Telefon. Auf dem Weg blieb er aber stehen, er drehte sich um und holte sein iPhone raus. „Okay, last chance before I call the cops.“ Er hatte eine App mit dem man den Barcode der Karte scannen konnte. Diesen Test hatte ich dann wohl endlich bestanden, denn er meinte: „Okay, you’re good.“ und gab mir den Ausweis zurück.

Ich war so stinkig, dass ich eigentlich direkt gehen wollte, aber die anderen hatten es sich schon gemütlich gemacht. Glücklicherweise bekam ich dann endlich ein Bier und der Rest des Abend verlief ereignislos. Ich glaube nur Lena wird verstehen was ich für einen Aufstand gemacht hätte wenn ich den Ausweis nich zurückbekommen hätte. 😉

McGoverns Pub

Donnerstag Abend hat sich in unseren „wir gehen gemeinsam in den Pub“-Abend verwandelt. Und mit „Pub“ ist die irische McGovern’s Tavern auf dem Rutgers Campus gemeint, der nur 10 Fußminuten von mir entfernt liegt. Da wir alle Freitags frei haben ist dies die optimale Zeit. Und da neben den Business Students auch die Rutgers Law Students Freitags frei haben, ist der McGoverns Pub Donnerstags entsprechend gefüllt und es ist immer witzig, vorallem da die Barkeeper ziemliche Spaßvögel sind (siehe Eintrag „Trinkspiele“). Mit meinen zwei Mitbewohnern war ich jetzt schon drei Mal da und habe mir die „wichtigsten“ amerikanischen Trinkspiele wie Beer Pong, Bitches Bitches, Screw the Dealer oder Never Have I Ever beibringen lassen. Langsam kenne ich sie alle. Das hat uns manch lustigen Abend beschert, und das obwohl ich mich (bis auf ein Mal) mit dem Trinken zurückgehalten habe.