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South Carolina: Sonne, Strand und Golf – Teil 2

Johannes wohnt zusammen mit einem Pärchen in einem kleinen Bungalow nur zehn Minuten zum Flughafen (und vor allem vom Strand!) entfernt. Da Myrtle Beach nur 22.000 Einwohner hat (aber 13 Millionen Touristen pro Jahr!) ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht viel zu holen. Daher hat sich Johannes ein Auto gekauft, oder zumindest was mit vier Rädern. Die Beifahrertür lässt sich von außen nicht öffnen, das Fahrerseitenfenster gar nicht. Der rechte Blinker klemmt, die Federung ist hin, Innenbeleuchtung fehlt, ein Kotflügel passt farblich nicht und das Auto ist übersät mit Kratzern und Dellen. ABER: Es fährt, und die Bremsen sind nicht schlecht. So konnten wir und die Gegend ohne Probleme anschauen.

Die Stadt ist wirklich klein und ziemlich touristisch. Das Highlight ist der „Broadway at the Beach“, ein recht großer Touristenkomplex mit zahlreichen Restaurants, Bars, Souvenirgeschäften, Kino, Aquarium, und anderen Geschäften. Es wirkte für mich wie eine Mischung aus Freizeitpark, Las Vegas und einer Fußgängerzone. Ein interessantes Gebäude ist „Wonderworks“, eine Art „Fun House“ welches falschrum gebaut wurde. Sieht ziemlich realistisch aus und war sehr witzig. Siehe Bilder! Nachts ist der Broadway bunt erleuchtet und voll mit Leuten (hauptsächlich Jugendliche, schließlich ist in einigen Bundesstaaten noch Spring Break). Die Mädchen tragen ausschließlich hohe Hacken und wirken wie 14 Jahre alt.

Wie ich am Flughafen schon erfahren habe, ist South Carolina sehr bekannt für den Golfsport. Das kleine Myrtle Beach hat über 20 Golfkurse, u.a. auch welche der Top 100 in den USA. Am Flugcheckin hatte jeder zweite seine Golfschläger dabei. Entsprechend darf „Golf Management“ an der Uni auch nicht fehlen. Johannes hatte am zweiten Tag eine Golfstunde und ich habe mich angeschlossen. Ich war gar nicht so schlecht wie erwartet und ich hatte viel Spaß. Nun glaube ich auch dran, dass Golfspielen wie Fahrrad fahren ist: Man verlernt es nicht. Ich habe von 1998 bis 2001 in England Golf gelernt und seitdem keinen Schläger mal angerührt. Jetzt habe ich mir aber vorgenommen mal meine Schläger aus dem Speicher zuhause mal wieder auszugraben.

Wir waren jeden Tag am Strand, haben mit dem Auto einen kleinen Roadtrip die Küste entlang unternommen und haben viel entspannt. Ich war auch mal mit Johannes in der Uni und habe mir eine Vorlesung angehört. Das Wetter war durchgehend sonnig, wenn auch nicht sehr heiß. Dennoch waren kurze Hosen und Sonnencreme von Nöten.

Und der Rückflug war letztlich auch das absolute Gegenteil vom Hinflug, primär weil Myrtle Beach nur einen sehr kleinen Flughafen hat. Der Checkin war in 5min erledigt (obwohl ich vorher nicht online eingecheckt hatte), Security war in weiteren 5min gegessen und dann saß ich schon am Gate. Der Flug war zwar 30min verspätet, hat aber 15min wieder rausgeholt. In La Guardia war es neblig, sehr windig und hat geschüttet. Ich wollte zurück! Der kleine Airbus wurde ziemlich durchgeschüttelt und mir ist zum ersten Mal in einem Flugzeug etwas übel geworden. Die Landung war entsprechend haarsträubend, aber wir haben es dennoch sicher auf den Boden geschafft. Anschließend habe ich dann mehr als zwei Stunden vom Flughafen wieder zurück nach Hause gebraucht. Aber das ist normal, ich musste Bus, U-Bahn, U-Bahn, Zug, und eine Straßenbahn nehmen. Alles in allem war mein Kurzurlaub ein Erfolg und es war schön Johannes wiederzusehen und einen neuen Bundesstaat kennenzulernen.

South Carolina: Nie wieder Spirit Airlines – Teil 1

Wie vor ein paar Wochen geschrieben ist ja der Großteil meiner Vorlesungen rum und ich verbringe die Zeit mit etwas Reisen. So habe ich beschlossen diese Woche meinen guten Freund Johannes, den ich an der BiTS in Iserlohn kennengelernt habe, in Myrtle Beach, South Carolina zu besuchen. Er macht dort an der Coastal Carolina University seinen MBA und ist bald fertig. Also habe ich kurzerhand einen Flug gebucht, und natürlich da wo’s am Günstigen ist: Spirit Airlines. Letztendlich hätte ich lieber etwas mehr Geld für eine bessere Airline ausgegeben, aber das wusste ich vorher natürlich nicht.


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Angefangen hat alles mit einer E-Mail der Fluglinie mit dem Hinweis bitte MINDESTENS drei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein. Das fand ich total schwachsinnig, denn nicht mal für Interkontinentalflüge muss man mehr als zwei Stunden vorher da sein. Im Übrigen ist der Flug nach Myrtle Beach nur 1,5 Stunden… Außerdem war jegliches Gepäckstück kostenpflichtig. Auch Handgepäck. Und zu knackigen Preisen!

Der Flug ging vom La Guardia Airport in New York, dem Flughafen für Inlandsflüge. Leider liegt der Flughafen auf der anderen Seite der Seite, sodass ich einmal quer durch New York musste um hinzukommen. Das hat knapp zwei Stunden gedauert. Glücklicherweise hatte ich nur einen kleinen Koffer dabei. Am Checkin-Schalter ging es dann schon los. Der reservierte Anstehbereich war 1x1m groß, sodass die 50 anstehenden Leute kreuz und quer standen. Schalter gab es auch nicht wirklich, sondern die Fluglinienbeamten kamen in die Menschenmasse hinein, haben die Buchungsbestätigung genommen, haben Bordkarte und Gepäckzettel ausgedruckt und hergebracht. Obwohl nur eine Person vor mir war das Prozedere mehr als 30min gedauert. Doch anstatt das Gepäck dann abgenommen zu bekommen musste ich es ein paar Hallen weiter auf einen Wagen legen und konnte erst dann zum Gate. So dachte ich zumindest. Denn weder auf der Bordkarte noch auf der Anzeigetafel war ein Gate zu sehen (für alle anderen Flüge hingegen schon). Also bin ich zurück zum Checkin und habe gefragt. Ich bekam dann nur plump die Antwort: „Ja Gate B6 natürlich! Was denken Sie denn?“. Auf die Nachfrage woher ich das denn wissen solle meinte sie nur: „Das weiss man halt“.

Nachdem ich mich durch die Security gebahnt hatte (die für Inlandsflüge übrigens genauso krass ist wie für alle anderen Flüge, inkl. Schuhe, Gürtel, Flüssigkeiten, Essen, etc.) war ich dann am Gate das ebenfalls hoffnungslos von Menschen überrannt war. An der Anzeigetafel stand „Flight On Time“ und das Boarding begann. Doch dann der Aufruf: „ALLE FÜR MYRTLE BEACH BITTE HINSETZEN. DIES IST NICHT IHR FLUGZEUG, ICH WIEDERHOLE, DIES IST NICHT IHR FLUGZEUG!“ Es stellt sich heraus, dass der vorherige Flug schon knapp zwei Stunden Verspätung hatte und unser Flugzeug (obwohl wir schon boarden sollten) noch nicht mal da war. Also hieß es warten. Nach viel Chaos, genervten Flugbegleitern, noch genervteren Durchsagen und einer weiteren Stunde war der vorherige Flug weg und unser Flugzeug endlich da. Das Boarden hat dann auch ewig gedauert und wir saßen eine weitere halbe Stunde auf dem Rollfeld rum.

Das Flugzeug selbst war ein älterer kleiner Airbus und ziemlich abgenutzt. Mein Klapptisch war schief und furchtbar schmutzig und auf den Sitzen wollte ich auch nicht unbedingt sitzen. Über die Toiletten will ich gar nicht erst sprechen… Aber das Hauptproblem waren eben die Sitze. Die Beinfreiheit war so gering, dass selbst ich mit meinen 1,80m beim Aufrechtsitzen zwischen meinem Sitz und dem des Vordermannes eingeklemmt war. Hätte diese Person die Rücklehne abgesenkt wär ich komplett eingequetscht gewesen. So hatte ich nach 15 Minuten schon Knieschmerzen und der 1,5h Flug kam mir wie eine Ewigkeit vor. Getränke gab es übrigens nur für viel Geld, nicht einmal Wasser gab es kostenlos.

Aber danach lief es gut. Wir haben in der Luft etwas Zeit wettgemacht, sind problemlos gelandet und ausgestiegen. Das Gepäck war schnell da und der Urlaub konnte beginnen! Johannes hat mich am winzigen Flughafentermin (Myrtle Beach hat nur 20.000 Einwohner!) empfangen und wir sind mit seinem Auto zu ihm nach Hause gefahren. Nachdem ich nun meinen Frust ausgelassen habe folgt in den nächsten Einträgen mehr Positives. 😉