{"id":463,"date":"2011-04-11T23:30:56","date_gmt":"2011-04-11T21:30:56","guid":{"rendered":"http:\/\/martin-esser.eu\/blog\/?p=463"},"modified":"2011-04-11T23:30:56","modified_gmt":"2011-04-11T21:30:56","slug":"fahrradtour-als-attraktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/martin-esser.eu\/blog\/2011\/04\/fahrradtour-als-attraktion\/","title":{"rendered":"Fahrradtour als &#8220;Attraktion&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Amerikaner in New York und Umgebung fahren nicht viel Fahrrad. Das war die einzige Erkl\u00e4rung die ich f\u00fcr den hier beschriebenen Tag habe. Die Idee war super: &#8220;Cherry Blossom Bike Ride&#8221;, sponsored by Rutgers University. Einen Nachmittag in einer gro\u00dfen Gruppe in einem nahegelegenen Park radfahren. Kostenloser Radverleih und kostenloses Mittagessen. Klingt wunderbar. Diese beiden Punkte waren auch super! Nur wusste ich nicht ob ich \u00fcber alles drumherum lachen oder weinen sollte. Aber erstmal kurz zum Ablauf:<\/p>\n<p>Mittwoch Mittag haben sich ca. 30 Studenten an einem der Wohnheime eingefunden welches knapp 20 Leihr\u00e4der umsonst anbietet. Lena, Mandy und ich hatten uns angemeldet und jeder hat sich ein Fahrrad ausgesucht. Ich hatte Schrottm\u00fchlen vermutet, allerdings waren die R\u00e4der modern mit V-Bremsen, frisch ge\u00f6lt und aufgepumpt. Den Fahrradhelm gab es kostenlos dazu!<\/p>\n<p>Nach 30min &#8220;Aussuch-Chaos&#8221; waren dann alle versorgt und es konnte losgehen. Die Route war in zwei Teile geteilt. Teil 1 ging von Rutgers zum Branch Brook Park. Dort gab es dann Mittagessen und Teil 2 ging dann durch den Park und zur\u00fcck zur Uni. Aber es wurde nicht gem\u00fctlich drauflos geradelt sondern wir wurden begleitet (oder sollte ich sagen&#8221;umzingelt&#8221;) von zwei Polizeiwagen und 6-8 Polizisten auf Fahrr\u00e4dern. Die Strassen auf denen wir fuhren wurden teilweise abgesperrt. Auf Ampeln musste keine R\u00fccksicht genommen werden. Und all das f\u00fcr nur 30 Studenten. Nach wenigen Minuten stellte sich aber heraus, dass dies notwendig war denn Amerikaner k\u00f6nnen anscheinend kein Fahrrad fahren. Es wurde kreuz und quer gefahren. Links, Rechts, Mittig, Schlangenlinien. Rechts \u00fcberholen, links \u00fcberholen, mitten auf der Stra\u00dfe anhalten, grundlos bremsen, anhalten, weiterfahren. Und all das im Schneckentempo. Zwischendurch wurde dann die Polizei ben\u00f6tigt, um die Studenten bergauf daran zu erinnern doch bitte runterzuschalten. Dieser Kommentar brachte oft nur fragende Blicke\u00a0zu Tage. Das alles war so grotesk, dass es fast wieder lustig war.<\/p>\n<p>Dennoch waren wir ca. 15min sp\u00e4ter (ich h\u00e4tte die Strecke alleine in 3-4min geschafft, doch wir mussten in der Kolonne bleiben) im Park. Der &#8220;Branch Brook Park&#8221; ist ein sch\u00f6ner Park der im Westen von Newark angesiedelt ist und\u00a0vom selben Architekten entworfen wurde wie der Central Park in New York. Er ist genauso lang, allerdings nur halb so breit. Und mehr als 4.000 (!) Kirschb\u00e4ume. Leider war es noch zu kalt und es waren nur einige Bl\u00fcten zu sehen. Generell war das Wetter recht unangenehm, aber es war sch\u00f6n etwas Bewegung zu bekommen.<\/p>\n<p>Im Park angekommen haben wir diverse Vortr\u00e4ge \u00fcber die Geschichte des Parks, Newark und Sicherheit im Strassenverkehr bekommen. Wer dann wollte konnte zur\u00fcck zur Uni fahren oder zu Teil 2 \u00fcbergehen und den Park erkundschaften. Erschreckenderweise hatten mehr als die H\u00e4lfte der Stundenten allerdings schon genug und sind zur\u00fcck. Zuhause haben sie dann wahrscheinlich ihre Eltern angerufen und geprahlt, dass sie Radfahren waren&#8230; *seufz*<\/p>\n<p>Teil 2 war auch wesentlich k\u00fcrzer als erwartet und nach 20min waren wir schon wieder auf dem R\u00fcckweg. Aber angesichts des schlechter werdenden Wetters war dies doch keine schlechte Idee. Kurz vor Ankunft am Ziel passierte dann noch das Unvermeidliche: Eine Massenkarambolage. Ein M\u00e4dchen hat bergab zu fest an der vorderen Bremse gezogen und ist glatt \u00fcber den Lenker auf die Stra\u00dfe geflogen. Die Radler hintendran sind zwar aufgefahren, sind aber gl\u00fccklicherweise ohne Sturz davongekommen. Ich hatte jetzt mit Notarzt, Rettungshubschrauber und Milit\u00e4r gerechnet. Doch das M\u00e4dchen hat sich aufgerafft und ihr Rad die letzten Meter geschoben.<\/p>\n<p>Alles in allem war der Nachmittag dennoch vergn\u00fcgsam (wenn auch teilweise auf Kosten anderer) und nun weiss ich, dass ich jederzeit umsonst ein Fahrrad ausleihen kann. Ich hoffe das in den n\u00e4chsten Wochen (wenn das Wetter besser wird) erneut in die Tat umsetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Amerikaner in New York und Umgebung fahren nicht viel Fahrrad. 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