{"id":559,"date":"2011-07-08T14:47:46","date_gmt":"2011-07-08T12:47:46","guid":{"rendered":"http:\/\/martin-esser.eu\/blog\/?p=559"},"modified":"2011-07-11T13:11:37","modified_gmt":"2011-07-11T11:11:37","slug":"geldbeutel-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/martin-esser.eu\/blog\/2011\/07\/geldbeutel-weg\/","title":{"rendered":"Geldbeutel weg&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Ein Geldbeutel ist schon etwas praktisches. Und je mehr Karten und Erinnerungen (wie Kinokarten, Fotos, etc.) man reinsteckt, umso unverzichtbarer wird er. Dass er auf einmal weg ist, damit rechnet man nicht. Man denkt auch nicht dar\u00fcber nach wie man im Alltag ohne auskommen w\u00fcrde. Ich durfte es am Dienstag erfahren&#8230;<\/p>\n<p>Ich fahre gerade nach der Arbeit wie gewohnt mit der S-Bahn nach K\u00f6ln Hbf, wo ich dann in einen IC oder ICE umsteige, um nach D\u00fcsseldorf zu gelangen. Kurz vor Ankunft in K\u00f6ln um 18:39 Uhr wird meine Fahrkarte kontrolliert. Also, Ticket und Geldb\u00f6rse raus, kurz warten, alles wieder einstecken und Rei\u00dfverschluss wieder zumachen. Weil mein Geldbeutel mittlerweile so dick ist trage ich ihn nicht in der Hosentasche, sondern vorne in meiner Laptoptasche (ja ich weiss, das sollte man nicht tun, jetzt isses aber auch zu sp\u00e4t!). Ich steige aus dem Zug aus, verlasse das Gleis, quetsche mich mit hunderten und hunderten Pendlern durch die Bahnhofshalle, suche mein Gleis und nehme die Treppe nach oben. Oben angekommen schaue ich zuf\u00e4llig auf meine Tasche und mein Herz bleibt stehen: Das vordere Fach ist weit offen. Einige Schrecksekunden vergehen und mein Herz setzt in zehnfachem Temp so hart wieder ein, dass ich den Puls hart am Hemdkragen sp\u00fcre. Ich sehe meinen Geldbeutel nicht. Ich gehe kurz zur Seite und durchsuche meine Tasche: Nichts, er ist weg! Ich bleibe stehen und atme erstmal tief durch. Was jetzt? Habe ich ihn verloren? Wurde er geklaut? Habe ich ihn irgendwo liegen gelassen?<\/p>\n<p>Der Schwei\u00df l\u00e4uft schon und mir ist extrem hei\u00df. Da ist alles drin. EC-Karte, Kreditkarte, Personalausweis, F\u00fchrerschein (auch der Amerikanische, den ich mit viel Vorbereitung und Geduld ENDLICH bekommen hatte. Siehe <a title=\"US-F\u00fchrerschein\u00b2 \u2013 Happy End im zweiten Versuch\" href=\"http:\/\/martin-esser.eu\/blog\/?p=523\">HIER<\/a>), Bahncard, Rotkreuz-Ausweis, Krankenversicherungskarte, Monatsticket f\u00fcr die U-Bahn, Studentenausweis und sonstige andere Karten. Gl\u00fccklicherweise &#8220;nur&#8221; \u20ac40 in bar. Ohne den Geldbeutel darf ich nun auch keinen Zug fahren, weil Kreditkarte und Bahncard drin sind. Neue Tickets kaufen kann ich auch nicht weil weder Geld noch Karten&#8230;<\/p>\n<p>Schadensbegrenzung: Erstmal renne ich in vollem Tempo von Gleis 2 zu Gleis 9, um in der S-Bahn nachzuschauen. Nat\u00fcrlich war die schon lange weg. Scheisse! Als n\u00e4chstes dann den gleichen Weg zur\u00fcck und den Boden absuchen. Wieder nichts. Nochmal stehen bleiben, durchatmen und mich sammeln. Mittlerweile bin ich durchgeschwitzt. Wohin nun? DB-Fundstelle! Dort angekommen schildere ich die Problematik und die netten Kollegen versuchen den Zugf\u00fchrer zu erreichen. Das dauert fast eine Stunde, in der ich schwei\u00dfgebadet am Schalter stehe. Doch auch das Warten hilft nichts. Der Zugf\u00fchrer kann nichts finden. Ich solle doch bitte online einen Nachforschungsantrag einstellen. Chancen auf Erfolg? Sehr gering. Ich weiss ja nichtmal ob ich ihn einfach vergessen habe oder ob er geklaut wurde.<\/p>\n<p>Mein n\u00e4chster Gedanke gilt den Bankkarten. Ich ruf also meine Bank an und lass alles sperren. Kreditkarte wird automatisch neu versandt, die EC-Karte muss ich bei der Filalie selbst (die um &#8211; jetzt mittlerweile &#8211; 19:30 Uhr nat\u00fcrlich nicht mehr erreichbar ist) neu beantragen. Nein es wurden keine Abrechnungsaktivit\u00e4ten zwischen 18:39 und 19:30 Uhr registriert, beruhigend.<\/p>\n<p>Auf einmal bin ich furchtbar m\u00fcde. Die Realisation sackt und das Adrenalin geht langsam zur\u00fcck. Ich will einfach nur noch nach Hause. Das DB-Reisezentrum kann mir wegen mangelnden Ausweises keine tempor\u00e4re Bahncard austellen also muss ich &#8220;schwarz&#8221; fahren. Gl\u00fccklicherweise werde ich nicht kontrolliert. Auf der Fahrt informierte ich dann meine Eltern und bete meinen Mitbewohner um \u20ac50 als Leihgabe. \u00c4rgerlich ist die Tatsache, dass ich ab jetzt keine Zugtickets mehr f\u00fcr die t\u00e4glichen Fahrten zur und von der Arbeit kaufen kann, da das rabattierte Mitarbeiterportal der Bahn nur Kreditkarten akzeptiert. Naja, dar\u00fcber mache ich mir sp\u00e4ter Gedanken.<\/p>\n<p>In D\u00fcsseldorf angekommen gehe ich dann erstmal zur Polizeistelle. Dort melde ich den Verlust meines Geldbeutels samt aller Ausweise. Ich muss alles auflisten was drin war, im Detail. Zum Gl\u00fcck bin ich so organisiert, sodass ich s\u00e4mtliche Kartennummern im Computer gespeichert habe, so konnte ich alles im Detail angeben. Es ist jetzt schon 21 Uhr und ich bin platt. Am Ende unterschreibe ich die Anzeige, mache das Dokumentenfach meiner Tasche auf und versuche meine Kopie der Anzeige einzustecken, aber es klappt nicht. Ich greife mit der Hand tief in die Tasche und ich erstarre. Ich weiss genau was ich da f\u00fchle. Und mir schie\u00dft auf einmal das Blut in den Kopf. Mein Geldbeutel war die ganze Zeit da! Zwar in einer sehr kleinen und tiefen Tasche wo er normal nicht ist, aber er ist da und es ist klar wer Schuld hat. Mir ist das zutiefst peinlich, aber ich habe mittlerweile absolut keinen Nerv auf mehr Tamtam, also verlasse ich ohne weiteren Kommentar die Polizeistelle.<\/p>\n<p>Ich weiss nicht ob ich mich freuen oder fluchen soll. Die GANZE Zeit trug ich alles bei mir, ich hatte nie etwas verloren. Ich hatte in geistiger Abwesenheit den Geldbeutel nach der Fahrkartenkontrolle wohl einfach in die falsche Tasche gesteckt und er war bis unten reingerutscht, sodass ich ihn beim Taschencheck auch nicht wiedergefunden habe. Doch der gef\u00fchlte Verlust war schon genug. Aber es war wirklich noch alles da und ich muss nun nur auf meine neue Kreditkarte warten, da die EC-Karte wieder entsperrt werden konnte.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag musste ich aber dann dennoch (verdient!) die Peinlichkeit \u00fcber mich ergehen lassen bei der Polizei meine Anzeige zur\u00fcckzuziehen. Gl\u00fccklicherweise war keiner der Beamten da die am Vortag Dienst hatten. B\u00f6se Blicke habe ich dennoch kassiert, inklusive suggerierender Spr\u00fcche wie: &#8220;Die Geldb\u00f6rse war also die GESAMTE Zeit \u00fcber in IHREM Besitz?&#8221;. Aber damit war es auch gegessen. Einige anstrengenden Stunden gingen zum Gl\u00fcck mit Happy End zuende! Was lernt man daraus? Sich erst einmal an die eigene Nase fassen bevor man versucht die Schuld auf andere zu schieben! Und: Besser aufpassen!<\/p>\n<figure id=\"attachment_564\" aria-describedby=\"caption-attachment-564\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/martin-esser.eu\/blog\/?attachment_id=564\" rel=\"attachment wp-att-564\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-564\" title=\"geldbeutel_anzeige\" src=\"http:\/\/martin-esser.eu\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/geldbeutel_anzeige-300x225.jpg\" alt=\"Anzeige, Kartensperrung und daneben.......... mein wiedergefundener Geldbeutel\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/martin-esser.eu\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/geldbeutel_anzeige-300x225.jpg 300w, https:\/\/martin-esser.eu\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/geldbeutel_anzeige-640x480.jpg 640w, https:\/\/martin-esser.eu\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/geldbeutel_anzeige.jpg 1333w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-564\" class=\"wp-caption-text\">Anzeige, Kartensperrung und daneben.......... mein wiedergefundener Geldbeutel<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Geldbeutel ist schon etwas praktisches. 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