{"id":904,"date":"2012-12-17T05:18:21","date_gmt":"2012-12-17T03:18:21","guid":{"rendered":"http:\/\/martin-esser.eu\/blog\/?p=904"},"modified":"2012-12-17T05:18:21","modified_gmt":"2012-12-17T03:18:21","slug":"observations-about-america-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/martin-esser.eu\/blog\/2012\/12\/observations-about-america-teil-1\/","title":{"rendered":"Observations about America &#8211; Teil 1"},"content":{"rendered":"<p>Seitdem ich in den USA bin f\u00fchre ich eine Liste: Observations of America. Dort schreibe ich alle Kuriosit\u00e4ten auf die mir hier \u00fcber den Weg laufen. Ich nehme meist keine Wertung vor sondern sage nur, dass ich es auff\u00e4llig oder &#8220;anders&#8221; fand.<\/p>\n<p>\u00dcber die n\u00e4chsten Monate werde ich meine Liste nach und nach ver\u00f6ffentlichen. Ich bin dabei meine 20 Seiten lange Stichpunkteliste zu filtern nach Themen zu sortieren. Dieser erste Beitrag befasst sich mit dem Stra\u00dfenverkehr. Zu manchen Punkten findet ihr am Ende des Beitrags ein Bild.<\/p>\n<p>Eine Bitte an meine Leser: Bitte hinterlasst mir doch einen Kommentar. Was findet ihr bemerkenswert? Was gut? Was schlecht?<\/p>\n<ol>\n<li>Leute haben in den USA eine andere Einstellung gegen\u00fcber Autofahren. Vehikel wie eine Verl\u00e4ngerung der Wohnzimmercouch. Sie sind gro\u00df, meist weich gefedert und das Tempo ist entspannt. Es wird nebenbei gegessen (teilweise auch mit Besteck!), geraucht, telefoniert (ist in den meisten Staaten nicht verboten) und SMS geschrieben (meist verboten aber nicht eingehalten).<\/li>\n<li>Das f\u00fchrt allerdings auch zu Chaos wenn etwas nicht so l\u00e4uft wie geplant. Sobald es anf\u00e4ngt etwas st\u00e4rker zu regnen fahren alle im Schneckentempo und bauen Unf\u00e4lle. Und bei Unf\u00e4llen ist die Hauptstauursache meist die Neugierde der Gaffer. Schlimmer noch bei Schnee. Dann steht alles still. Eine Ursache ist, dass es i.d.R. keine Winterreifen gibt. Sommer- oder Allwetterreifen werden das ganze Jahr \u00fcber gefahren.<\/li>\n<li>Tempolimits in den USA sind in der Stadt \u00e4hnlich wie in Deutschland, wobei es mehr gro\u00dfe Stra\u00dfen gibt. Einspurige Stra\u00dfen sind generell selten. Auf den innerstaatlichen Autobahnen (\u201eHighways\u201c, \u201eFreeways\u201c, \u201eParkways\u201c, etc.) ist das Tempolimit zwischen 72 und 104kmh. Auf staats\u00fcbergreifenden Autobahnen (\u201eInterstate Highways\u201c) zwischen 96 und 120kmh.<\/li>\n<li>Die meisten Amerikaner k\u00f6nnen keinen Schaltwagen fahren (\u201eWoah, you can drive stick shift? Awesome!\u201c). Bis auf Sportwagen sind fast alle Autos mit Automatikschaltung. Auch Kleinwagen.<\/li>\n<li>Die Ampelphasen in Raleigh sind so lange wie an Bahn\u00fcberg\u00e4ngen in Deutschland. Vor allem wenn man links abbiegen muss. Man kann meist gem\u00fctlich den Motor abstellen.<\/li>\n<li>Polizisten haben strenge Erwartungen bei einer Verkehrskontrolle. Man darf nicht aus dem Wagen steigen und muss beide H\u00e4nde auf dem Lenkrad ruhen haben. Liegt der F\u00fchrerschein im Kofferraum wird die Waffe gez\u00fcckt und man muss ihn unter Aufsicht \u00f6ffnen.<\/li>\n<li>Dennoch wird Alkohol am Steuer in der Gesellschaft durchaus akzeptiert (was zum Teil am schlechten \u00f6ffentlichen Verkehrsnetz liegt). F\u00fcr viele Leute auch nach 4-5 Bier. Der gesellschaftliche Druck ist nicht so hoch wie mittlerweile in Deutschland. Verkehrskontrollen sind selten, aber wenn man angehalten wird hat man Pech gehabt. Das legale Limit liegt bei 0.08% (in Deutschland 0.05%, bzw. 0.03% bei auff\u00e4lligem Verhalten)<\/li>\n<li>Junge Fahrer d\u00fcrfen \u2013 wie auch in Deutschland \u2013 keinen Tropfen Alkohol getrunken haben. Allerdings kann man in den USA meist schon mit 16 den F\u00fchrerschein machen (Alkohol gibt es legal erst ab 21). Es gibt zwei bis vier verschiedene Stufen die man durchlaufen muss bevor man mit 21 den \u201evollwertigen\u201c Schein bekommt. Zu den Auflagen geh\u00f6ren bspw. alleine nicht zwischen 22 und 4 Uhr fahren zu d\u00fcrfen, nur eine zus\u00e4tzliche Person im Auto zu haben, oder das Auto nur zwischen Zuhause, Schule und Arbeit benutzen zu d\u00fcrfen. Junge Fahrer erkannt man am roten Aufkleber auf dem Nummernschild.<\/li>\n<li>Die F\u00fchrerscheine werden bis 21 hochkant gedruckt. So kann man schnell erkennen wer \u201eunder age\u201c ist. Mit 21 kann man den Schein gegen den regul\u00e4ren Schein eintauschen.<\/li>\n<li>In der Innenstadt und an jeder Kreuzung mit Ampel h\u00e4ngen oben die beiden Stra\u00dfennamen. Oft sind die Stra\u00dfen auch schon vor der Kreuzung ausgeschildert. Sehr n\u00fctzlich und standardisiert, anders als in Deutschland.<\/li>\n<li>Die Stra\u00dfen sind oft durchnummeriert, was die Navigation sehr einfach macht (z.B. in New York sind die Avenues aufsteigend von Osten nach Westen und Streets aufsteigend von S\u00fcden nach Norden)<\/li>\n<li>Fu\u00dfg\u00e4ngerampeln z\u00e4hlen die Zeit bis rot runter, so wei\u00df man genau wie lange man zum \u00dcberqueren der Stra\u00dfe hat.<\/li>\n<li>Ampeln h\u00e4ngen immer hinter, statt \u00fcber oder vor, der Kreuzung. So hat man sie immer voll im Block<\/li>\n<li>In einigen Staaten (z.B. New Jersey) ist es gesetzlich verboten an Tankstellen selber zu tanken. Man muss sich bedienen lassen (und Trinkgeld zahlen)<\/li>\n<li>Wer an der Tankstelle bar zahlen m\u00f6chte, muss dies im Voraus tun und den Geldbetrag hinterlegen f\u00fcr den der tanken m\u00f6chte. Tankt man weniger als der hinterlegte Betrag muss man reingehen und das Wechselgeld holen. Alternativ kann man die Kreditkarte direkt an der Pumpe nutzen, ohne reinzugehen. Zudem gibt es meist nur einen Schlauch der alle Benzinarten per Knopfdruck pumpen kann.<\/li>\n<li>Ein Liter Benzin kostet zwischen \u20ac0.50 \u2013 \u20ac0.75. Wer bar zahlt kriegt noch 2-3 Cent Rabatt (da die Tankstelle Kartengeb\u00fchren vermeidet). Dieseltreibstoff findet man nur selten an Tankstellen, da 99% der Autos mit Normalbenzin betrieben werden. Zudem ist Diesel teurer als Benzin.<\/li>\n<li>Benzinverbrauch wird nicht in l\/100km angegeben, sondern in Meilen pro Gallone, d.h. je mehr Meilen man mit einer Gallone schafft desto besser. 8.0 Liter\/100km ist also das gleiche wie 29.4 Meilen\/Gallone. Das klingt ungew\u00f6hnlich, ist aber n\u00fctzlicher als das deutsche System.<\/li>\n<li>Parkpl\u00e4tze sind in der Regel kostenlos. Ausnahme sind Parkpl\u00e4tze in Gro\u00dfst\u00e4dten.<\/li>\n<li>Das Tagfahrlicht an Autos ist oft orange, wie der Blinker. Die Heckblinker m\u00fcssen nicht orange sein, sondern sind oft rot.<\/li>\n<li>In North Carolina, sowie in vielen anderen Staaten, muss ein Auto nur ein Nummernschild haben. Dieses ist immer hinten.<\/li>\n<li>Die meisten Autos haben am Schl\u00fcssel einen \u201ePanic Button\u201c mit dem die Alarmanlage ausgel\u00f6st wird. Dr\u00fcckt man am Autoschl\u00fcssel den \u201eAuf\u201c-Knopf, wird nur die Fahrert\u00fcr entriegelt. F\u00fcr alle anderen T\u00fcren muss man einen \u201eDoppelklick\u201c vornehmen<\/li>\n<li>Zum praktischen F\u00fchrerscheintest muss man sein eigenes Auto mitbringen. Der F\u00fchrerschein kostet zwischen $4 und $20. Die Tests k\u00f6nnen beliebig oft wiederholt werden, solange man jedes Mal die Geb\u00fchr bezahlt<\/li>\n<li>Rechts \u00fcberholen ist in den meisten Staaten erlaubt, oder zumindest geduldet. Obwohl die Autobahnen oft 5 oder 6 Spuren haben, l\u00e4uft das dank den strengen Tempolimits recht problemlos.<\/li>\n<li>Alle Busse die Kinder transportieren sind gelb. Ja, das Klischee ist wirklich wahr. Gelbe Busse haben oberste Priorit\u00e4t im Stra\u00dfenverkehr und Fahrer m\u00fcssen den strengsten Regelungen folgen. Wenn ein Schulbus anh\u00e4lt, um Passagiere aufzunehmen oder abzusetzen, m\u00fcssen alle Autos (auch auf der gegen\u00fcberliegenden Stra\u00dfenseite) komplett anhalten, bis der Bus die Fahrt wieder aufnimmt.<\/li>\n<li>Das Gr\u00fcnpfeilschild an roten Ampeln (Rechtsabbiegen nach Stopp) gilt in den USA automatisch f\u00fcr jede Ampel (au\u00dfer wo es explizit ausgeschildert ist). Das ist sehr praktisch und spart viel Zeit.<\/li>\n<\/ol>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seitdem ich in den USA bin f\u00fchre ich eine Liste: Observations of America. 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