{"id":950,"date":"2013-04-20T06:00:10","date_gmt":"2013-04-20T04:00:10","guid":{"rendered":"http:\/\/martin-esser.eu\/blog\/?p=950"},"modified":"2013-04-29T03:07:08","modified_gmt":"2013-04-29T01:07:08","slug":"langes-wochenende-in-new-orleans-la-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/martin-esser.eu\/blog\/2013\/04\/langes-wochenende-in-new-orleans-la-teil-2\/","title":{"rendered":"Langes Wochenende in New Orleans, LA &#8211; Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>Eine Sache auf die ich mich in New Orleans nat\u00fcrlich besonders gefreut hatte war das Essen. Und ich wurde nicht entt\u00e4uscht. Mandy hatte im vorhinein einige Restaurants rausgesucht und wir fanden zus\u00e4tzlich auch spontan gute Lokale. \u00dcblich in der Gegend sind Fisch, Garnelen, scharfe So\u00dfen, &#8220;Po&#8217;Boys&#8221; und &#8220;Muffulettas&#8221;. Ein Po&#8217;Boy ist ein Sandwich mit Wurst, die nicht aus Schweinefleisch, sondern aus Garnelen oder Hummerfleisch gepresst ist. Klingt komisch, is aber so (und dazu noch lecker). Ein Muffuletta ist ebenfalls ein Sandwich, allerdings aus Fladenbrot, belegt mit Schinken, K\u00e4se, Salami und Oliven. Das Essen war insgesamt sehr lecker und es wurde auch in einem anderen Tempo genossen als in den Rest der USA. Es verging immer viel Zeit zwischen den G\u00e4ngen, man wurde nicht direkt genervt wenn man zehn Minuten lang nichts bestellt hatte und die Bedienungen waren \u00fcberragend. Jeder Ober konnte problemlos jede unserer Fragen zu den Gerichten beantworten, erz\u00e4hlen genau wie es zubereitet wird, welcher Wein passt usw. Und das auch in den g\u00fcnstigeren Lokalen.\u00a0Die Servicew\u00fcste Deutschland kann sich von New Orleans auf jeden Fall eine dicke Scheibe abschneiden.<\/p>\n<p>Abends stand nat\u00fcrlich Musik auf dem Programm. Und zwar Jazz, Dixieland oder Swing. Schon tags\u00fcber begegnete man \u00f6fters Stra\u00dfenbands die fetzige T\u00f6ne spielten, und so waren wir auf die professionellen Auftritte gespannt. Und obwohl Jazz nicht zu meinen Lieblingsgenres geh\u00f6rt war die Musik klasse. Sie\u00a0hatte Stil, aber wirkte dennoch nat\u00fcrlich und angemessen. Wir sa\u00dfen in einer Hotellounge, lauschten der Musik und konnten uns nicht dazu bewegen aufzustehen. Die Musik war, trotz ihres langsamen Tempos, fesselnd und mitrei\u00dfen.<\/p>\n<p>Am letzten Tag beschlossen wir die Gegend au\u00dferhalb der Stadt etwas zu erkunden. Denn neben Musik und Essen ist die Gegend bekannt f\u00fcr ihre Geschichte. Vorallem in Bezug auf den Sklavenhandel und Baumwollplantagen.\u00a0Also mieteten wir uns ein Auto (nebenbei gesagt war es ein wirklich klasse Auto: Ein VW Passat CC der neusten Generation) und fuhren raus ins Land.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"640\" height=\"480\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" marginheight=\"0\" marginwidth=\"0\" src=\"https:\/\/maps.google.com\/maps?f=d&amp;source=s_d&amp;saddr=New+Orleans,+Louisiana,+Vereinigte+Staaten&amp;daddr=3535+Louisiana+18,+Vacherie,+LA+70090,+USA+to:30.1305618,-90.9328157+to:30.202052,-91.0624055+to:30.2577295,-91.1200805+to:30.338395,-91.2401321+to:Baton+Rouge,+LA,+USA+to:30.3510256,-91.2176251+to:30.2976489,-91.2227021+to:30.1159922,-90.974211+to:29.9930925,-90.821887+to:30.0535554,-90.5516063+to:30.0034816,-90.4455248+to:Louis+Armstrong+New+Orleans+International+Airport,+900+Airlines+Dr,+Kenner,+LA,+Vereinigte+Staaten&amp;hl=de&amp;geocode=FVoEyQEdFJ6h-illghGyVKQghjG00yJe6FsG2w%3BFYTOyQEdBMeW-in9Ew3TRDAhhjHLPqzpcouAeg%3BFYHBywEdsXmU-il_N01q7EohhjGTyUrSTMMq-A%3BFcTYzAEde3-S-imLrJoPgK0mhjHtBW8jSkhC-g%3BFUGyzQEdMJ6R-ikB12kFo64mhjERJkP3dqmpxQ%3BFVvtzgEdPMmP-ilrdaDRzAIkhjFWsv7VVZ7KnQ%3BFavB0AEdIE-R-inLdF8yZzgkhjEdmleR2_EjIQ%3BFbEezwEdJyGQ-inpcFhcWh0khjFWvtmQdvp5YQ%3BFTBOzgEdUg2Q-ilNyhVdgwIkhjFsSIhE88QJkQ%3BFZiIywEd_deT-ikxKXeLe0shhjEVIwLoYTqQkQ%3BFYSoyQEdASuW-imTRsQ7tjAhhjEyyioz0fh5VQ%3BFbOUygEdykqa-il5CCl-kNYghjFFYW7mrleLEw%3BFRnRyQEdLOmb-ilFgxnk2M8ghjEb5eTJyCw-vA%3BFXKJyQEdfMye-iHQ0emcazPj-ikxeIN6dLcghjHQ0emcazPj-g&amp;aq=0&amp;oq=msy&amp;sll=30.03165,-90.432587&amp;sspn=0.401261,0.837021&amp;mra=dpe&amp;mrsp=12&amp;sz=11&amp;via=2,3,4,5,7,8,9,10,11,12&amp;ie=UTF8&amp;t=m&amp;ll=30.216355,-90.692139&amp;spn=1.139223,1.757813&amp;z=9&amp;output=embed\"><\/iframe><br \/><small><br \/>\nA: New Orleans, B: St. Joseph Plantation, C: Baton Rouge, D: Flughafen<\/p>\n<p>Die Landschaft erinnerte Stark an die <a title=\"Spring Break in Miami \u2013 Teil 3\" href=\"http:\/\/martin-esser.eu\/blog\/?p=429\">Everglades in Florida<\/a>, denn es war sumpfig die W\u00e4lder wirkten schon fast dschungelartig. \u00dcberall entlang des Mississippi hatten sich vor vielen Jahren Plantagen etabliert, prim\u00e4r zur Erntung von Baumwolle und Zuckerrohr. Dies waren bombastische Villen auf riesigen Landst\u00fccken, erbaut und betrieben von Sklaven. Mit dem amerikanischen B\u00fcrgerkrieg Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die meisten Plantagen unprofitabel und wurden verlassen. Die meisten wurden abgerissen und durch Sand- und Tonfabriken ersetzt. Doch einige sind erhalten geblieben und eine davon schauten wir uns an.<\/p>\n<p>Es war nichts atemberaubendes, aber es brachte mir ein wichtiges St\u00fcck Geschichte n\u00e4her und machte es real. Zwei Realisationen: 1) Unvorstellbar, das Leben eines Sklaven auf einer Plantage. Die Hitze, die Arbeit, die Lebensbedingungen, und wie ein Gegenstand behandelt zu werden. Die Plantage wurde seit ihrem Bau einige Male verkauft und entsprechend wurde bei jeder Transaktion das Inventar aufgelistet, inklusive der Sklaven. Herzzerrei\u00dfend zu sehen, dass es f\u00fcr Sklaven Marktwerte gab, je nach Alter, Kraft, Geschlecht und Anzahl Kinder. So war &#8220;Big Earl, 28&#8221; im Jahr 1840 $3.200 wert, &#8220;George, 45&#8221; $2.000, &#8220;Old Isaac, 72&#8221; nur $32, und &#8220;Tom, 15, *paralyzed&#8221; gerade mal $1.50.&#8221;\u00a02) Es gab durchaus aus humane Plantagenbesitzer die ihre Arbeiter zumindest medizinisch gut versorgten und ihnen etwas Freizeit gab. (Allerdings mag das an den hohen Marktwerten gelegen haben. &#8220;Big Earl&#8221; w\u00fcrde in &#8220;2013 Dollars&#8221; $86.000 wert sein).<\/p>\n<p>Nach dem Ausflug hatten wir noch etwas Zeit bevor wir zur\u00fcck zum Flughafen mussten, also beschlossen wir bei dem guten Wetter noch bis nach Baton Rouge dem Mississippi zu folgen und die Landschaft zu genie\u00dfen. Die Fenster waren offen, die Stra\u00dfen waren kurvig und das Fahren hat Spa\u00df gemacht. Nur die Landschaft sah traurig aus. Der Fluss voller \u00d6ltanker und an den Ufern gro\u00dfe Fabriken und \u00d6lfelder so weit das Auge sehen konnte. Wir kamen durch viele kleine Ortschaften die direkt an den Fabrikgel\u00e4nden lagen. Bilderh\u00fcbsche H\u00e4uschen und kleine Str\u00e4\u00dfchen, die wundersch\u00f6n w\u00e4ren wenn da nicht diese riesigen Schandflecke gleich nebenan stehen w\u00fcrde. Wirklich schade. Aber faszinierend wie viel \u00d6l, Ton, Sand und Zucker in der New Orleans Gegend produziert wird.<\/p>\n<p>Nach unserer Spritztour kamen wir p\u00fcnktlich am Flughafen an und traten unsere jeweiligen R\u00fcckfl\u00fcge an. Gl\u00fccklicherweise dieses Mal ohne Gep\u00e4ckverlust.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Sache auf die ich mich in New Orleans nat\u00fcrlich besonders gefreut hatte war das Essen. Und ich wurde nicht entt\u00e4uscht. 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