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Atlantic City: New Jersey’s Las Vegas

Wer an Glücksspiel in den USA denkt sagt direkt „Las Vegas“. Die zweite Adresse die einem in den Kopf kommt ist „Atlantic City“ in New Jersey. Fast alle meiner Kommilitonen waren schon mal da und ich war neugierig. Also hatte Mandy beschlossen uns einen Kurzurlaub nach Atlantic City zu gönnen. Sie hatte vor ein paar Monaten über Groupon einen günstigen Paketdeal gefunden und wollten ihn in die Realität umsetzen bevor es zu kalt wird.

So sind wir Sonntag morgen zum Port Authority Bus Terminal in New York gefahren, um von dort mit dem Greyhound Bus nach Atlantic City zu fahren. Der Bus fährt zwar direkt durch Newark, allerdings hält er dort nicht, also mussten wir erst extra nach New York rein.


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Die Fahrtzeit betrug 2,5 Stunden und wir wurden direkt an unserem Hotel abgesetzt. Ich fand es verwunderlich, dass der Linienbus direkt am Hotel hielt… zumindest bis ich das Hotel sah. Riesig! Dagegen sieht ein Football-Stadion klein aus. Es gab sogar einen eigenen Busterminal mit mehr als zehn Haltebuchten! Wahnsinn.

Vom Bus zur Lobby musste man über fünf Minuten durch verwinkelte Gänge laufen und kam dann direkt im hoteleigenen Casino raus. Und auch hier sehen die meisten Spielhallen alt gegen aus. Ein Spielautomat neben dem nächsten, blinkende Lichter überall und Automatengepiepse von einer Seite des Saals zur anderen. Und jede erdenkliche Person an den Automaten: Junge (zumindest wenn sie 21 waren), Alte, Gebrechliche und Kranke. Primär aber Alte. Atlantic City scheint DIE Location für den gelangweilten Renter zu sein.

Wir sind aber erstmal weiter, hatten die Lobby gefunden und eingecheckt. Unser Zimmer war im 21. Stock (von 35), aber ich merkte schnell, dass dies nur eine Farce war. Der Aufzug sprang genauso schnell von „6“ auf „7“ wie von „7“ auf „20“. Das Zimmer war klein aber prunkvoll. Allerdings nicht „2011 prunkvoll“, sondern eher „1971 prunkvoll“. Generell hatte die gesamte Stadt ein 70er-Jahre Flair. Schnell hochgezogene Plattenbauten, viel ockergelb, billige Ornamente die teuer aussehen sollten und dicke, dunkle Teppice. Dennoch fand ich den rundum Service und den Luxus toll. Man fühlt sich ständig wie ein „High Roller“ aus dem Film „Ocean’s Thirteen“.

Die Tage verbrachten wir mit Spaziergängen, Einkaufen (Atlantic City ist ebenfalls bekannt für die vielen Outlets!) und Essen. Neben Wellnessgebäude hatte das Hotel nämlich drei Restaurants, ein Café und ein Starbucks. Wir hätten den gesamten Urlaub ohne Probleme im Hotel verbringen können, ohne auch nur einmal nach draußen zu gehen. Draußen gab es allerdings auch viel zu sehen. Das Hotel lag direkt am Strand, mit Ausgang zur Strandpromenade, dem „Boardwalk“, an dem alle Hotels, Geschäfte und Casinos liegen. Alle übrigens genauso groß und prunkvoll wie unser Hotel/Casino. Schade, dass es neblig war und wir die Aussicht nicht so gut genießen konnten. Typisch amerikanisch war allerdings, dass dieser Luxus nur für den Boardwalk galt. Lief man auch nur einen Block stadteinwärts stand man in einer heruntergekommenen Kleinstadt.

Natürlich waren wir auch im Casino. Um auch neuen Zockern die Hemmungen zu nehmen, war der Mindesteinsatz für viele Spiele nur 1 Cent. Dennoch sind wir bei den Spielautomaten geblieben, hauptsächlich weil unser Paketdeal $25 Automatengeld pro Person beinhaltete. Meiner Meinung nach sind die Maschinen die reine Abzocke und ich kann nicht verstehen wer dort ernsthaft Geld einschmeißen kann. Null Strategie, pures Glück und eine Gewinnrate von unter 20%. Nach zwei Stunden waren die $50 weg und wir waren schon ganz begeistert, dass wir knapp $10 wieder zurückgewinnen konnten. Es fühlte sich gut an „umsonst“ echtes Geld ausgezahlt zu bekommen. Ich verstehe langsam wie manche Leute davon abhängig werden. Dennoch wurde man in der Spielhalle den „Geruch“ von verzweifelten Seelen nicht los. Ich spürte förmlich wie Leute hier ihr Leben zerstört und alles verzockt haben. Auch die Blicke auf den Gesichtern vieler älterer Zocker sprachen Bände. Deshalb war ich froh als wir wieder im Zimmer waren.

Fazit: Muss man gesehen haben. Muss man mal gemacht haben. Muss man aber nicht regelmäßig hin. 😉

Boston: Worte sagen mehr als tausend Bilder

Neben den Bildern kommen nun auch ein paar Worte zu unserem Kurztrip nach Boston:
Die beiden Busfahrten verliefen sehr glatt. Wir hatten keine Verspätung, sind in 4:30 Uhr Stunden durchgekommen und haben für die Rundreise, trotz kurzfristiger Buchung, lediglich 46,00 USD gezahlt. Da kann sich die Deutsche Bahn mal eine Scheibe von abschneiden!

Boston ist wirklich eine tolle Stadt. Auch wenn ich mit folgendem Satz einige Leute enttäusche: Sie ist mir sogar sympathischer als New York. Die Stadt ist groß, aber doch irgendwie klein. Sie ist typisch amerikanisch, aber doch irgendwie europäisch. Viele Grünflächen und Wasser, viele junge Leute, viele Geschäfte, viel Trubel und doch alles überschaubar. Und dazu noch sauber und relativ kriminalitätsfrei. Was will man mehr?

Die Partyszene ist auch ziemlich groß. Leider haben wir (wegen unmenschlich langen Schlangen) es nicht geschafft einen Club von innen zu sehen. Dafür aber einen Pub und eine Lounge. Zudem waren wir – wenn auch nur kurz – oben auf dem Prudential Tower, von dem aus man einen atemberaubenden Blick über Boston hat.

Lena und ich haben in den zwei Tagen sehr viel gesehen und sind sehr viel rumgelaufen. Wir haben die Stadt schon recht intensiv erkundet und haben dennoch nicht alles Wichtige gesehen. Für einen nächsten Trip haben wir uns den Campus vom M.I.T. und von Harvard aufgehoben. Und natürlich einen Club. 😉

Ich bin wirklich sehr froh, dass wir diesen Trip schon so früh im Semester gemacht haben, denn seit Dienstag hat die Uni auf Vollgas geschaltet. Ich gebe mir dennoch Mühe meinen Blog halbwegs aktuell zu halten. 🙂