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New Student Orientation – Tage 1 und 2

Am Montag ging es dann endlich los. Einführungswoche an der Rutgers Business School.

Der erste Tag war den internationalen Studenten gewidmet. Mit mir besteht die Gruppe aus 23 Personen. Zehn aus Taiwan, neun aus Indien, eine aus China, eine aus Nigeria, einer aus der Türkei und natürlich einer aus Deutschland. Bei einem gemeinsamen Frühstück zusammen mit den Repräsentanten des Admissions Office und der Student Services konnte man sich etwas kennenlernen. Entschuldigung, ich sollte den Fachterminus benutzen: “zu networken”. In meiner Erfahrung laufen Kennenlernprozesse immer gleich ab und das fasziniert mich. Man hat 22 Leute zur Auswahl und könnte zu jedem gehen, aber das tut man nicht. Man geht intuitiv zu bestimmten Leuten. Ob das Zufall ist weil an dem Tisch ein Platz frei ist, oder ob da unbewusste psychologische Prozesse eine Rolle spielen weiss ich nicht. Jedenfalls sind die ersten sponanten Kontakte oft die Leute mit denen man späte enge Freundschaften knüpft. Das finde ich auf Grund der Spontaneität der ersten Entscheidung faszinierend. Ich habe das Gefühl, dass dies auch diesmal zutreffen wird.

Meine ersten Kontakte waren ein Inder, eine Taiwanesin, eine Chinesin und ein Türke. Sie sind sozusagen meine “Gang” für die Einführungswoche. Wir haben uns direkt gut verstanden, können Späße machen, aber auch ernst reden, und das obwohl alle grundverschieden sind. Neben meinen “Homies” habe ich mich ebenfalls mit den verbleibenden achtzehn internationalen und zum Teil mit den 74 lokalen Studenten unterhalten. Auch sie machen einen sehr netten und kompetenten Eindruck. Generell ist der Kurs sehr heterogen und reif. “Idioten” konnte ich bisher keine entdecken. Es ist ein tolles Gefühl ein Teil einer so auserwählten Gruppe zu sein. Hier ein paar Fakten zu unserem Jahrgang:

  • Studenten: 97 (aufgeteilt in zwei Kurse)
  • Internationale Studenten: 24%
  • Frauenanteil: 44%
  • Durchschn. GMAT: 638
  • Durchschn. GPA: 3,3
  • Durchschn. Alter: 27 Jahre
  • Durchschn. Berufserfahrung: 4,2 Jahre

Ihr seht schon, dass ich mich in Sachen GMAT, Alter und Berufserfahrung ganz am unteren Ende befinde. Umso mehr freut es mich von der Kompetenz dieser Gruppe profitieren zu dürfen. Das Admissions Office erzählte mir, dass sie sich sehr freuen, dass ich der erste Student aus Deutschland bin. Ich vermute das liegt daran, dass sie sich freuen ein weiteres Land zu ihrer Statistik “Countries represented” hinzufügen zu können. So sind sie die Amis… Statistik-geil…

Die Professoren die uns vorgestellt wurden sind alle hochkarätig und viele unterrichten ebenfalls an einer anderern Top Uni in der Gegend: NYU, Columbia, Duke, etc.. Aber sie sind nicht abgehoben und unerreichbar. Sie frühstücken mit uns, essen Mittag mit uns, kommen mit auf Exkursionen, sie sprechen einen an, sind interessiert, merken sich die Namen. Ich bin gerade zwei Tage da und schon kennen die meisten der Professoren die ich getroffen habe meinen Namen. Über die nächsten Monate wird sich zeigen ob dies nur eine einmalige Anstrengung für die Einführungswoche war, oder ob der Kontakt immer so eng ist.

Das Programm war bisher ebenfalls vielfältig. Natürlich gibt es viel Papierkram zu erledigen, z.B . zu den Themen Studentenausweis, Stundenplanerstellung, E-Mail-Verteiler, WLAN, Bibliotheken, der Campus, etc. Aber wir haben auch einiges bezüglich Karrieremanagement, Praktika, Kultur, Mikroökonomie und “Leisure Activities” gehört, unterbrochen von Pausen zum Reden und Kennenlernen. Insgesamt sehr angenehm, wenn auch schon ab Mittag die Lampe “Information Overload” in meinem Kopf anfängt zu blinken. Meinen Stundenplan habe ich ebenfalls schon erhalten und soviel kann ich schon sagen: Es wird anstrengend… Die Referenten gaben einen Erfahrungswert von 40-50 Stunden pro Woche an Arbeitsaufwand an. Darauf muss ich mich den Rest des Monats noch mental einstellen, bevor die ersten Vorlesungen am 1. September beginnen.

Den ersten Pub – das Kilkenny Alehouse – haben wir auch schon ausgekundschaftet. Wir – eine Gruppe aus ca. 10 internationalen Studenten – haben uns direkt mit dem Personal angefreundet, ich vermute der “Pub just outside Rutgers” wird unser Stammlokal werden… Habe ich nichts dagegen 🙂

Erster Eindruck – die Zweite

Den letzten Tag vor Unibeginn habe ich genutzt, um mir den wahren Grund anzuschauen wieso ich hier in der Gegend  bin: New York!

Vom Hotel aus laufe ich 20 Minuten zum Bahnhof, von wo aus ich 25 Minuten Zug fahren muss, um dann im Herzen von Manhattan anzukommen. Der Zug fährt direkt von Newark nach New York Penn Station, einen Block vom Empire State Building entfernt! Die letzten 10 Minuten der Fahrt sind unterirdisch, auch Penn Station selbst ist unterirdisch. Man steigt also aus dem Zug aus und muss erst durch ein Gewirre von Gängen bevor man ans Tageslicht kommen.

Dort angekommen wurde ich erstmal umgehauen. Tür auf, Hallo New York City! Ich stehe auf einem großen Gehweg voll mit Leuten, die Straßen voller gelber Taxis und die Blocks voll mit Hochhäusern. Ich schließe die Augen, atme tief ein und nehme alle Geräusche und Gerüche wahr. Ich lege den Kopf in den Nacken, öffne die Augen und starre den blauen Himmel zwischen den Häusern an. Mein Körper schüttet haufenweise Glückshormone aus: New York! Ein wunderbares Gefühl…

Ich verbringe den Tag damit ganz in Ruhe durch New York zu schlendern (nein, nicht “laufen”, sondern “schlendern”). Ich nehme mir viel Zeit alles wahrzunehmen und aufzusaugen. Ich will nicht aufs Empire State Building, zum Times Square oder auf Liberty Island. Ich will die Atmosphäre genießen. Ich gehe gemächlich Richtung Norden, am Times Square vorbei Richtung Central Park, wo ich mir ein Amateur-Baseballspiel anschaue und mich auf dem Rasen für eine Stunde niederlasse und ein Buch lese. Ich spaziere weiter, nehme dann eine U-Bahn Richtung Süden zum Ground Zero. Leider sieht man hier (noch / nicht mehr) viel, sodass ich weitergehe, durch den Financial District zum Battery Park, ganz an der Südspitze von Manhattan. Ich schaue zur Freiheitsstatue, stelle fest wie klein und weit weg sie doch ist. Auch hier mach ich es mir für eine Weile gemütlich und genieße die Atmosphäre. In Manhattan kann man problemlos durch alle Straßen laufen. Ja, es gibt auch hier unangenehme Gestalten, aber statt den 99,9% in Newark sind hier vielleicht 40%.

Anschließend nehme ich eine U-Bahn zurück zu Penn Station, wo ich den Zug zurück nach Newark nehme. Obwohl ich an diesem halben Tag nur einen Bruchteil der Stadt gesehen habe, kann ich jetzt schon sagen: New York City ist toll!