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Erster Eindruck

Von Newark habe ich bisher ein eindeutiges Bild bekommen. Wenn man dem Taxifahrer, dem Hotelportier oder dem Bankberater glauben schenken darf wohnen hier nur Drogendealer/-opfer, Prostituierte, Räuber und Mörder. Auf die Straße gehen sollte man lieber nicht, vor allem nicht Nachts. New York sei okay, aber große Teile von Newark unbegehbar. Das wirft für mich die Frage auf wie ich mich nun fortbewegen soll. Ich hoffe bei der New Student Orientation am Montag eine Antwort auf diese Frage zu erhalten.

Diesen Warnungen zum Trotze habe ich heute morgen ein Taxi in die Stadt genommen und mich stundenlang bei der Bank in die Schlange gestellt, um ein Girokonto zu eröffnen, was mir dann auch gelungen ist. Konto, Karte und Online-Banking sind aktiv und nutzbar, wunderbar! Mit diesem Erfolg wollte ich auch direkt weiter zum Mobilfunkladen, nur um zu erfahren, dass Non-US-Citizens 500 Dollar Kaution zahlen müssen, um einen Vertrag abzuschließen… Da muss ich mich also wohl doch erstmal nach Alternativen umschauen…

Anschließend bin ich etwas durch die Stadt und den Unicampus gelaufen. Mein Fazit: Laufen ist hier nicht erwünscht. Die Gehwege sind (sofern vorhanden) eng und teilweise voll mit Müll, Leitplanken, Schildern oder Brückenpfeilern. Und wenn man laufen kann, sitzen haufweise zwielichtige Gestalten auf den Straßen rum, als wär die beliebteste Kneipe nebenan gerade geschlossen worden. Generell sind gefühlte 99,9% der Bevölkerung afrikanischer oder mexikanischer Abstammung. Ich habe das Gefühl die Person mit der hellsten Hautfarbe in der ganzen Stadt zu sein… Aber das variiert stark von Viertel zu Viertel, die aber anscheinend unsichtbare Grenzen haben, die ich noch kennenlernen muss.

Das gesamte Image der Stadt erfüllt viele USA-Klischees: Die Straßen sind groß und mindestens dreispurig, 80% der Autos auf der Straße würden in Deutschland nicht durch den TÜV kommen, Verkehrsregeln werden wahrscheinlich nicht mal in den Fahrschulen eingehalten, der Sprit ist günstig, wie auch der Strom, Mülltrennung ist unwichtig, Bedienungen grüßen mit “Hello sir, how are you?” mit einem Ton der eher zu “Wieso nervst du mich? Lass mich in Ruhe.” oder “Ich schlaf gleich ein.” passen würde. Die Manieren sowie die Intelligenz vom “Straßenvolk” sind nicht vorhanden, zumindest von den Ausdrucksweisen und Gesichtsausdrücken zu urteilen. Kulturschock also? Ja, gewissermaßen schon! Ich hätte nie gedacht, dass Kanada und USA sich so unterscheiden…

Dennoch ist es faszinierend so viel neue Eindrücke zu gewinnen, ich komme zurecht und sobald ich Freunde an der Uni gemacht habe wird das tägliche Leben sicherlich deutlich einfacher. Die folgenden Bilder zeigen Downtown Newark sowie mein Hotel und die umliegende Gegend. Das Wetter heute ist traumhaft trocken bei 27°C.

Flug und Ankunft

Mein erster Blogeintrag aus USA! Trotz einem über zwei Stunden verspäteten Abflug verzögerte sich die Ankunft nur um 30 Minuten. Der Flug selbst lief an sich auch reibungslos. Nur der Sitzplatz ließ etwas zu wünschen übrig. Da ich am Notausgang saß hatte ich keinen Tisch, keine Staumöglichkeit, keinen Bildschirm, und – am allertollsten – kein Fenster… Ich bin also 8 Stunden quasi “blind” geflogen. Trotzdem ging die Zeit schneller um als ich befürchtet hatte.

Der Abschied von meiner Familie und Freunden fiel mir ursprünglich recht leicht, aber als ich dann alleine am Gate saß überfiel mich der Gefühlsschwall mit voller Wucht. Glücklicherweise wurde ich kurz darauf für eine Weile durch ein schönes Telefonat abgelenkt. Und als ich dann im Flieger saß keimte das Gefühl der Freiheit und des Abenteuers auf, sodass sich meine Laune schnell besserte.

Die Einreise stellte kein Problem dar. Freundliche Beamte, die nicht so penibel waren wie ich sie mir vorgestellt hatte. Stempel, Fingerabdrücke, Foto, Stempel, Stempel, fertig. Auch mein Gepäck kam heil und vollständig an, sodass ich müde aber zufrieden mich auf den Weg ins Hotel machen konnte.