Wie ihr sicher schon bemerkt habt war mein Blog die letzten Wochen nicht erreichbar. Der Server auf dem mein Blog gehostet ist hatte Probleme und musste neu aufgesetzt werden. Natürlich mit der neusten Softwareversion. Leider waren die Blog-Einträge nicht mit dem neuen System kompatibel. Es konnte nun alles behoben werden, nur die Umlaute in meinen bisherigen Einträgen sind verloren gegangen. Aber damit kann ich gut leben. 😉
Aber abgesehen davon, dass der Blog unerreichbar war hatte ich auch wirklich wenig Zeit etwas zu schreiben. Die Uni zieht gerade richtig an. Ich habe heute zwei Prüfungen geschrieben und hab am Mittwoch nochmals zwei (für die ich noch fast gar nicht gelernt habe… argh!). Zum Glück wird es danach für 1-2 Wochen etwas ruhiger. Es macht aber weiterhin Spaß und ist noch immer praxisrelevant. Zudem freunde ich mich weiter mit meinen Kommilitonen an und die Gemeinschaft wächst. Ich habe wirklich ein angenehmes Studienklima. Es ist schön wenn ich, wie dieses Wochenende, von Morgens bis Abends in der Uni sitze und das nicht alleine tun muss, sondern zwischendrin auch viel rumalbern kann.
Privat geht es mir auch gut, sehr gut sogar. Vor drei Wochen habe ich ein sehr nettes Mädchen kennengelernt, mit der ich seitdem ausgehe. Sie heisst Mandy und ist in meinem Parallelkurs, studiert also auch dasselbe. Sobald ich einige Bilder zusammen habe, poste ich welche. Wer sehr neugierig ist kann auf Facebook auf meiner Pinnwand schauen, dort habe ich ein Bild hochgeladen.
So viel als Update von mir erstmal. Ich hoffe ich kann ab jetzt wieder regelmäßig schreiben 🙂
Jetzt kommt er endlich. Der erste Post zur Uni und den Vorlesungen. Kurz vorweg: Ich habe für die Uni momentan sehr viel zu tun und komme nicht dazu Blogeinträge zu machen. Material gäbe es genug. Mal sehen wann ich die fehlenden Stückchen nachhole.
Zur Rutgers Business School (RBS) brauche ich morgens ca. 15min zu Fuß. Und das einfach nur eine Straße entlang. Ich habe Montags bis Donnerstags von 8:30 Uhr bis 16:00 Uhr Vorlesung (mit 1,5 Stunden Mittagspause) und Freitags frei. Am freien Tag sitze ich oft auch in der Uni, um Hausaufgaben zu erledigen oder an Gruppentreffen teilzunehmen. Die Mittagspausen und Nachmittage werden meist mit Ressortvorstellungen und -treffen gefüllt, sodass ich unter der Woche meist erst nach 17:30 Uhr erschöpft zuhause ankomme.
Die Vorlesungen selbst sind allesamt interessant, auch die die ich an der BiTS bereits absolvierte habe, da die Herangehensweise hier eine ganz andere ist. Im MBA-Programm wird überwiegend mit Case Studies gearbeitet. Diese Fallstudien, meist 10-20 Seiten lang, schildern eine Problemsituation in einem (echten) Unternehmen, die es zu lösen gilt. Entweder muss die Situation analysiert werden oder es werden konkrete Handlungsalternativen vorgegeben. Anhand des Textes und seitenlangem Finanz-Anhang muss man entscheiden wie das Unternehmen vorgehen sollte. Das ist sehr spannend, erfordert allerdings auch viel Arbeit, da Cases in vier (meiner sieben) Vorlesungen wöchentlicher Bestandteil sind. Die Cases werden in den Vorlesungen dann im Detail besprochen (45-60 Minuten pro Fall) bzw. eingesammelt. In einem Kurs geht es sogar ausschließlich, um die Besprechung der Fallstudien, was die Vorlesung eher zu einer Diskussionsrunde, als einer “echten” Vorlesung macht.
Ansonsten wird alles eher quantitativ als qualitativ angegangen. Mikroökonomik bekommt dadurch eine ganz andere Bedeutung. Da wird nicht viel mit Kurven rumgemalt, wie an der BiTS, sondern da werden knallhart dutzende Szenarien anhand von Formeln durchgerechnet. Es tut gut auch mal diese Seite zu sehen, wobei es SEHR nützlich ist den Kurs schon einmal besucht zu haben. Viele meiner Kommilitonen ohne BWL-Hintergrund gehen da leider schnell unter. Und von selbstgebauten Beispielen halten die Profs hier auch nicht viel. Es geht selten um “Firma X”, sondern fast immer um Microsoft, Apple, Dell, Boston Consulting, Viacom, Merck, etc. Da wird keine “gebaute” Bilanz gezeigt, sondern Yahoo Finance aufgerufen und der Echtzeitkurs von Intel analysiert und bewertet. Sehr interessant und praxisnah!
Man kennt es von der BiTS: Drei Monate auf der faulen Haut liegen und zwei Wochen vor der Klausurphase kein Auge mehr zutun und von Kaffee am Leben gehalten. Das ist hier anders. Man ist unter Dauerstrom, dafür nicht so sehr wie in der Klausurenphase. Für jede Vorlesung müssen Buchkapitel, Cases und Texte gelesen und Aufgaben gelöst werden. In jeder Vorlesung gibt es einen Mid-Term Exam, sowie Präsentationen und Assignments, sodass die Endsemesterklausur “nur noch” 40% zählt. Das heisst allerdings auch wer ein paar Tage nichts macht kommt schnell ins straucheln. Bisher komme ich halbwegs hinterher, nur die Readings in den Lehrbüchern laufen auf Sparflamme, da es oft noch um Einführungen geht und es sonst einfach zu viel zum Lesen wird (50-60 Seiten pro Vorlesung).
In meinen Kursen sind immer die gleichen 45 Leute und langsam kann ich auch alle Namen. Fragenstellen ist erwünscht und ein beachtlicher Teil der dreistündigen (!) Vorlesungen wird mir Diskussionen verbracht. Die Profs sind allesamt hochkarätig und viele kommen von Ivy League Universitäten wie der Columbia Business School in New York. Bisher ist mir noch kein “Langweiler” oder “Studienfach-Fanatiker” untergekommen.
Insgesamt fühle ich mich an der Rutgers Business School sehr wohl. Das Niveau ist hoch, Profs und Mitarbeiter sind alle nett, die Ausrüstung ist modern und in ausreichender Kapazität verfügbar, für alle Bedenken gibt es einen Ansprechpartner, die Ressorts werden großzügig finanziell unterstützt UND – das Wichtigste – Kaffee und Kekse gibt es umsonst.