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Geschichten aus Newark

Jetzt kommen ein paar kleine Geschichten für die ich bisher keinen eigenen Eintrag rechtfertigen kann, aber dennoch erzählenswert sind:

Einmal von Deutschland über Malaysia in die USA bitte:

Seit WOCHEN warte ich auf ein Paket von zuhause. Heute kam es dann endlich an. Der Stempel vorne auf dem Briefumschlag hat mir direkt signalisiert was der Grund für die horrend-verspätete Zustelllung war…

Maulsperre:

Von der Uni-Mensa bin ich ziemlich begeistert. Es wird nur Frisches serviert. Man kann sich seinen eigenen Salat an der Salatbar zusammenstellen, sich viele verschiedene Sandwiches zubereiten lassen, eine selbstbelegte Pizza backen lassen oder sich etwas aus der Tiefkühltruhe mitnehmen, wie z.B. “echte” Säfte (d.h. mit Fruchtfleisch) oder Sushi (was leider sehr teuer ist). Die sonstigen Preise sind vertretbar. Nicht vergleichbar mit den subventionierten deutschen Uni-Mensen, aber für US-Standards gut. Mir langt Mittags meistens ein Sandwich, auch wenn ich es nicht in den Mund kriege…

Nächtlicher Einkaufsmarathon:

Lena und ich haben es geschafft! Wir haben einen Supermarkt gefunden! Einen Supermarkt der TATSÄCHLICH auch frisches Obst, Gemüse, Brot und Fleisch verkauft. Ooooh, ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie SEHR wir uns über diese Entdeckung gefreut haben. Der Markt ist ca. 15min mit dem Auto entfernen und lässt sich mit einem kostenlosen Uni-Shuttle erreichen, der bizarrerweise aber nur von 21:00 bis 3:00 Uhr fährt. Da kriegt 24/7 eine ganz andere Bedeutung… Dort angekommen hat man eine Stunde zum Einkaufen bevor der nächste Shuttle kommt, um einen wieder abzuholen. Wir sind also wie verrückte Nachts um 22:30 Uhr (der 21 Uhr Shuttle war schon voll…) durch den Supermarkt gerannt und haben zusammen für 180 USD eingekauft!

Die Taschen haben wir dann in den Van gestapelt und sind von der Haltestelle – die zum Glück nur 100m von meinem Wohnheim entfernt liegt – wie Packesel zu meiner Wohnung zurück gelaufen. Dort haben wir die Einkäufe getrennt und Lena hat den nächtlichen Einkaufsfußmarsch zurück zu ihrer Wohnung angetreten. Anstrengend!

New Student Orientation – Tage 3, 4 und 5

Jetzt ist sie vorbei, die Einführungwoche an der Rutgers Business School. Ich habs nicht geschafft früher zu schreiben, da die letzten Tage anstrengender waren, hauptsächlich weil ich endlich in meine Wohnung eingezogen bin. Dazu gibt es am Wochenende nochmal ein Post, wenn ich ein paar Fotos gemacht habe. Erstmal aber zu den Tagen 3 bis 5:

Die ersten zwei Tage waren generellen Einführungen und administrativen Dingen gewidmet. In den Tagen 3 und 4 hieß es “down to business”! Mittwoch hatten wir den ganzen Tag fachliche Crash-Kurse. “MBAs and Business for Dummies”, “Microsoft Excel for Dummies”, “Statistics for Dummies” und “Calculus for Dummies”. Der Excel-Kurs war einfach und überstieg nicht dem Niveau von “Business Software I” welches ich an der BiTS absolvieren musste. Die anderen Kurse erforderten allerdings volle Konzentration. Nichts war unmachbar, aber man musste ständig dabei sein. Um 17:30 Uhr waren wir dann alle platt und sind in einen Pub gegangen (nein, nicht ins Kilkenny Alehouse. Wir machen erstmal eine Konkurrenzanalyse!). Auch da waren wir eine andere Gruppe und ich habe wieder neue Leute kennengelernt.

Donnerstag war der sogenannte “Career Discovery Day”, der unserer Karriere und vorallem unserem Pflichtpraktikum zwischen dem 2. und 3. Semester gewidmet war. Ich musste (mal wieder) einen Berufseignungstest absolvieren, mir einige Vorträge von Personalern und Wirtschaftsrepräsentanten anhören und “Networken” (natürlich, was auch sonst?). So wie Accenture und Scholz & Friends DIE Firmen der BiTS sind, so sind es Merck und Johnson & Johnson für Rutgers. Irgendwie enden alle Absolventen dort. Achja und das Career Center der BiTS lässt auch in Newark grüßen: “The Career Center does not get you a job, we only make you competitive for the job market”. Also nichts Neues was das angeht. Der Abend konnte dann in einer lokalen Bar zusammen mit vielen Alumni, Dozenten und Neustudenten ausklingen. Ziel der Übung? TADA! Networking, yeeha!

Heute, Freitag, war dann der kürzeste und abwechslungsreichste Tag. “Teambuildung” lautete das Motto des Tages. Bereits um 7:15 Uhr haben wir uns getroffen und einen Bus zum anderen Rutgers Campus in New Brunswick genommen, das dauerte, obwohl es der Nachbarort ist, fast eine Stunde! Dort wurden wir dann auf ein Footballfeld zu zehn Rutgers-Sportstudenten geführt, die uns den halben Tag haben klettern, springen, laufen, balancieren lassen. Typisch Teambuildung eben. Danach wurden wir dann auch bis zum 1. September entlassen!

So schön und interessant wie die erste Woche war, bin ich nun heilfroh, dass sie rum ist. Ich habe einfach oft genug gesagt wie ich heisse, wo ich herkomme und was meine Studienrichtung im Bachelor war. Jetzt freue ich mich nur noch darauf 10 Tage Freizeit zu genießen, bevor die Plackerei losgeht!